Telefonanbieter „1&1“ entschuldigt sich bei Wilfried Sigges

Anschluss nach drei Monaten freigegeben – Albtraum Wartschleife

Erol Kamisli

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Ärgerlich: gut drei Monate war die Telefonleitung in der Mitwohnung im ersten Stock des Hauses von Wilfried Sigges tot. Zum Lachen war dem Malermeister nach etlichen gescheiterten vVersuchen, das Problem mit dem Anbieter 1&1 zu lösen, nicht mehr zumute. - © Bernhard Preuss
Ärgerlich: gut drei Monate war die Telefonleitung in der Mitwohnung im ersten Stock des Hauses von Wilfried Sigges tot. Zum Lachen war dem Malermeister nach etlichen gescheiterten vVersuchen, das Problem mit dem Anbieter 1&1 zu lösen, nicht mehr zumute. (© Bernhard Preuss)

Horn-Bad Meinberg/Belle. Seit mehr als drei Monaten hat Wilfried Sigges Stress mit „1&1“. Seine Mieterin muss ohne Telefon und Internet leben, da „1&1“ den Anschluss gesperrt hat. Verantwortliche sind für ihn nicht erreichbar – er bittet die LZ um Hilfe.

Grund für die Sperrung war die „Vergesslichkeit“ seiner Vormieterin, sagt Sigges. Die 24-Jährige zog Ende 2014 nach dreieinhalb Jahren aus, doch sie vergaß nicht nur ihren Telefonvertrag bei „1&1“ zu kündigen, sondern auch die ausstehende Telefonrechnung von 204 Euro zu begleichen. „Ich wusste das nicht. Die Nachmieterin zog in eine Wohnung mit toter Telefonleitung“, sagt der 78-Jährige.

Das Unternehmen hatte den Anschluss aufgrund der ausstehenden Zahlung gesperrt und sorgte damit für Stress und schlaflose Nächte bei Wilfried Sigges. Mitte Januar habe er seine Ex-Mieterin überredet, ihren Vertrag bei „1&1“ schriftlich zu kündigen. Sie habe zwar gekündigt, doch genutzt habe es nichts – die Leitung war weiterhin tot.

Anschließend habe er wochen- und monatelang vergeblich versucht, einen Verantwortlichen bei „1&1“ an die Strippe zu bekommen. Doch seine Versuche endeten in den endlosen Warteschleifen. „Ich bin fast verrückt geworden und wollte sogar den ausstehenden Betrag aus eigener Tasche zahlen, damit die Leitung endlich wieder funktioniert, doch niemand hat sich interessiert“, sagt der Rentner. Fast täglich habe sich die neue Mieterin bei ihm beklagt, und er habe sich bei der Vormieterin beschwert. Auf LZ-Nachfrage bestätigte die 24-jährige Ex-Mieterin, dass sie sich bereits vor Wochen mit „1&1“ auf eine Ratenrückzahlung ihrer Schulden geeinigt habe und das Unternehmen den Anschluss wieder frei geben wollte. „Doch passiert ist nichts. Meine letzte Hoffnung war die LZ“, sagt der Malermeister.

Nach mehrfachen LZ-Anfragen, die teilweise auch erfolglos in sehr langen Warteschleifenrunden mit ermüdender Musik endeten, entschuldigte sich zwei Tage später „1&1“ bei allen Beteiligten für die „entstandene Verwirrung und Wartezeit“. Zudem habe das Unternehmen die folgende Lösung gefunden, so Firmensprecher Alexander Thieme: „Der DSL-Vertrag von Wilfried Sigges’ Vormieterin wird sofort beendet, so dass die Leitung in einer oder maximal zwei Wochen freigegeben wird.“

Auch das Thema offene Rechnung in Höhe von 204 Euro sei vom Tisch. „Die offenen Forderungen haben wir erlassen und das laufende Inkassoverfahren wird zu unseren Lasten eingestellt“, erklärt Thieme. Diese Lösung wollte Wilfried Sigges gar nicht glauben. „Sie veräppeln mich, kann mich bitte jemand mal zwicken“, wiederholte der Rentner mehrfach im Gespräch. Er habe so viele schlaflose Nächte und nervenaufreibende Tage wegen dieser Sache gehabt, „dass ich jetzt einfach nur sprachlos vor Glück bin“, beteuert der 78-Jährige mit gebrochener Stimme. Endlich habe dieser Warteschleifen-Albtraum ein glückliches Ende gefunden.

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