Die Kleiderkammer zeigt sich im neuen Gewand im Quellenhof

Nadine Uphoff

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Das Team (© Nadine Uphoff)

Horn-Bad Meinberg. Überall stehen Umzugskartons, Kleiderstangen und Regale – teils leer, teils voll. Mittendrin räumen sechs Damen, die sich alle ehrenamtlich um die Kleiderkammer kümmern. Sie mussten vom Dachgeschoss des Übergangsheims für Flüchtlinge am Eichholz ins Erdgeschoss des nahe gelegenen Quellenhofs umziehen. Heinz Blome vom Sozialamt der Stadt Horn-Bad Meinberg erklärt: „Im Rahmen der Rückgänge der Flüchtlinge haben wir umstrukturiert. Wir werden der Politik nun vorschlagen, das Übergangsheim zu veräußern." Es steht bereits leer.

In den vergangenen zwei Wochen hieß es daher für die Ehrenamtlichen: packen. „Bei den schweren Kisten halfen uns die Hausmeister der Stadt und der Libanese Salah Alabouchi, der weitere Flüchtlinge mobilisierte, die mit anpackten", schildert Jutta Klocke den Ablauf. An insgesamt vier Tagen konnten die Kleider, Haushaltswaren und Regale so ins neue Heim der Kleiderkammer gebracht werden. Hier hat die Anlaufstelle für Bedürftige ähnlich viel Platz, wie am Eichenhof, schätzt Klocke.

Seit gestern räumen die Damen nun in den ehemaligen Gasthof ein, der ebenfalls der Stadt gehört. „Wir hoffen zum Mittwoch kommender Woche fertig zu sein", sagt Karin Bachmann. Dann öffnet die Kleiderkammer jeden Mittwoch von 13 bis 16 Uhr. Die neue Öffnungszeit sei der Wunsch einiger Flüchtlinge gewesen, die vormittags zum Deutschunterricht nach Detmold müssten, erzählt Jutta Klocke.

Auch in der neuen Unterkunft befindet sich die Spendenstelle in direkter Nachbarschaft zu Geflüchteten: In den oberen Etagen des Quellenhofes leben Flüchtlingsfamilien. Die Fahrradwerkstatt befindet sich in den Garagen. Die Verständigung funktioniere mit Händen und Füßen.

Doch den Ehrenamtlichen ist es wichtig zu betonen, dass sich ihr Angebot nicht nur an Flüchtlinge richtet. Jeder der einen Sozialausweis besitzt, ist berechtigt, etwas in der Kleiderkammer zu bekommen. Hier können nicht nur Baby-, Kinder-, Damen- und Herrenkleidung, sondern auch Bettwäsche, Handtücher, Porzellan und Haushaltswaren zu einem kleinen Obolus erworben werden. Ein T-Shirt kostet beispielsweise zwischen 20 und 50 Cent, eine Winterjacke zwischen einem und fünf Euro. „Die Sachen erhalten dadurch für die Käufer einen höheren Stellenwert", erklärt Karin Bachmann. Die Einnahmen investieren die Damen in neue Kleidung, wie Unterwäsche.

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