Brand in der Alten Wassermühle: Feuer vernichtet Wahrzeichen

Wolf Scherzer

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In den frühen Morgenstunden wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Alten Wassermühle Langenholzhausen gerufen. Die Mühle ist nun ein Totalschaden. Ein Übergreifen auf Nebengebäude konnte verhindert werden. - © Tanja Watermann
In den frühen Morgenstunden wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Alten Wassermühle Langenholzhausen gerufen. Die Mühle ist nun ein Totalschaden. Ein Übergreifen auf Nebengebäude konnte verhindert werden. (© Tanja Watermann)

Kalletal-Langenholzhausen. Die Kalletaler können es nicht fassen. Die alte Wassermühle im Zentrum von Langenholzhausen, ein Wahrzeichen des Dorfes, ist bei einem Brand restlos zerstört worden.

Ein aufmerksamer Autofahrer hatte am Donnerstag auf dem Weg zur Arbeit um 4 Uhr den Feuerschein bemerkt und sofort einen Notruf abgesetzt. „Der hat alles richtig gemacht und sogar noch die Nachbarn alarmiert“, lobt Brandinspektor Horst Brinkmann, Pressesprecher der Kalletaler Feuerwehr, das „vorbildliche Verhalten“ des Autofahrers. Wie Brinkmann weiter sagte, rückten die Löschzüge aus Langenholzhausen, Hohenhausen, Kalldorf und Bentorf aus, hinzu kam die Drehleiter aus Rinteln – später wurden dann noch Kräfte aus Bavenhausen und Erder sowie eine zweite Drehleiter aus Vlotho angefordert – in Spitzenzeiten waren mehr als 120 Feuerwehrleute im Einsatz.

Die große Sorge, dass sich in dem Haus noch eine Person befindet, erwies sich jedoch als unbegründet. Der 85-jährige frühere Mühlenbesitzer ist noch unter dieser Adresse gemeldet, wohnt jedoch in einem Nachbarhaus. „Er ist zwischenzeitlich zu seiner Schwester nach Varenholz gebracht worden“, ließ Brinkmann wissen.

Die Sorgen für Einsatzleiter Michael Grüttemeier sollten jedoch nicht weniger werden. Das Haus brannte lichterloh und die Flammen drohten auf das angrenzende Gemeindehaus der evangelischen Kirche überzugreifen. Mit einem „massiven Löscheinsatz“ habe diese Gefahr gebannt werden können, erklärte Horst Brinkmann. Zwischenzeitlich seien mehr als 20 Trupps unter Atemschutz im Einsatz gewesen, weshalb auch der Atemschutzcontainer aus Lemgo nach Langenholzhausen geordert worden sei.

Besonders für die Atemschutzträger war dieser Einsatz Schwerstarbeit, und dies ist auch vielen Einwohnern nicht verborgen geblieben – sie versorgten die Feuerwehrleute mit reichlich Kaltgetränken. „Das ist einfach toll und nicht selbstverständlich“, lobte Brinkmann am Vormittag, während die Kräfte des Technischen Hilfswerkes aus Lemgo und Vlotho mit schwerem Gerät die verkohlten Reste des Giebels abrissen – die Unfallgefahr durch herabstürzende Balken war zu groß.

Diese Arbeiten zogen sich dann doch länger als erwartet hin, was wiederum Sven Schaper, Mitarbeiter der Stadtwerke Rinteln, Kopfzerbrechen bereitete. Denn: Der „Stadtwerke Weser Lippe Service“ als Energieversorger hatte den Bereich vom Netz nehmen müssen mit der Folge, dass im Umkreis etliche Haushalte ohne Stromversorgung waren. „Wir werden das aber hinkriegen, notfalls mit einem Provisorium“, war sich Schaper sicher, das Problem zu lösen.

Ein anderes Energie-Problem hatte die Feuerwehr Stunden zuvor lösen können, und für Sven Schaper hat sie das „pfiffig gemacht“. Denn die alte Mühle hat ein noch funktionierendes Wasserrad, das weiterhin Strom in das Energienetz eingespeist hätte. Nachdem das Wasser der Osterkalle umgeleitet worden war, stand dann das Mühlrad still.

Viele Schaulustige säumten das abgesperrte Areal. Wer genau hingesehen hat, wird auch die lebensgroße „Person“ hinter einer Fensterscheibe gesehen haben. Brinkmann: „Beim ersten Hinsehen heute Nacht haben sich einem die Haare gesträubt. Aber zum Glück ist es nur eine Schaufensterpuppe.“

Fotostrecke: Brand an der "Alten Wassermühle"

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