Neue Hausärztin für Kalletal

Nadine Uphoff

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Setzen sich für die ärztliche Versorgung ein: (von links) Olaf Copony, Manfred Rehse, Harald Hengstler, Natalia Mayer, Klaus Hoffmann, Mario Hecker, Herbert Dahle und Christa Bittscheidt stehen vor der alten Grundschule, in die bald die neue Praxis einzieht. - © Nadine Uphoff
Setzen sich für die ärztliche Versorgung ein: (von links) Olaf Copony, Manfred Rehse, Harald Hengstler, Natalia Mayer, Klaus Hoffmann, Mario Hecker, Herbert Dahle und Christa Bittscheidt stehen vor der alten Grundschule, in die bald die neue Praxis einzieht. (© Nadine Uphoff)

Kalletal-Langenholzhausen. Die hausärztliche Versorgung in Kalletal ist verbesserungswürdig. Das belegen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). In Langenholzhausen gibt es seit mehreren Jahren keinen Arzt mehr. Christa Bittscheidt wird das ändern. Die 46-Jährige eröffnet hier im Mai ihre Hausarztpraxis.

„Ich freue mich schon drauf", waren die ersten Worte der Kalletalerin beim Pressetermin am Donnerstag, während sie über das ganze Gesicht strahlte. Trotzdem warf sie gleich ein: „Es wird auch eine Herausforderung werden, komplett neu anzufangen." Die Mutter von zwei Kindern wird ihre Praxis in den Räumen der heutigen Offenen Ganztagsschule, an der Straße „An der Heide", einrichten.

Bis zum Start muss hier und da noch umgebaut werden. Zum Beispiel sollen Leichtbauwände in die großen Räume eingezogen werden. Um die notwendigen Planungen und Brandschutzvorkehrungen wird sich laut Bürgermeister Mario Hecker die Gemeinde kümmern, die die Räume an die Ärztin vermietet.

150 Quadrater groß wird die Praxis sein. Das ist die Hälfte des Gebäudes, in dem früher die Grundschule beheimatet war. „Ich würde mir wünschen, dass sich vielleicht noch eine Physio- oder Ergotherapie-Praxis für die anderen freien Räume findet", sagte Mario Hecker. Das würde auch zur nebenstehenden Turnhalle und den dort trainierenden Vereinen passen.

Diese Vorstellung entspricht einem Antrag der SPD-Fraktion, der im April vergangenen Jahres vom Rat der Gemeinde beschlossen wurde. Demnach sollte die Möglichkeit einer so genannten „Stiftungspraxis" oder eines Gesundheitszentrums geprüft werden. Letzteres könnte in Langenholzhausen entstehen, wenn sich weitere Praxen für den Standort entscheiden. „Das könnte auch ein Modell für andere Regionen sein", meinte Hecker.

Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist, sei die neue Praxis von Christa Bittscheidt für Kalletal ein „Glücksfall": „Das tut Kalletal gut. Es gibt viele ältere Menschen in Langenholzhausen, die nicht mehr so mobil sind", sagte Mario Hecker. Laut dem Bürgermeister hat die letzte Hausarztpraxis in dem Dorf vor etwa acht Jahren geschlossen. Seither müssen die Langenholzhausener entweder zu einer der drei Praxen in Hohenhausen oder nach Varenholz.

Die Bedarfsplanung für Allgemeinärzte in Kalletal schließt auch die Stadt Lemgo mit ein. Laut Statistik beträgt der Versorgungsgrad 81,8 Prozent. Das heißt, dass es hier zu wenige Hausärzte gibt und sich rein rechnerisch noch 9,5 Mediziner niederlassen könnten. Die Gemeinde steht deswegen seit dem vergangenen Jahr auf dem Förderverzeichnis der KVWL. Christa Bittscheidt wurde daher ein Praxisdarlehen gewährt.

Die Ärztin war zuletzt in der Praxis von Melanie Zuch in Varenholz in Teilzeit angestellt. „Ich habe mich die vergangenen Jahre als Ärztin hier sehr wohlgefühlt. Jetzt, da die Kinder alt genug sind, möchte ich mehr und eigenverantwortlich arbeiten", erklärt die Varenholzerin ihre Entscheidung. Sie hat vor, drei Mitarbeiter einzustellen und jeden Vormittag und zwei bis drei Nachmittage geöffnet ihre Praxis zu öffnen.

In der Grundschule wird es eng

Die Offene Ganztagsschule (OGS) soll spätestens zu den Sommerferien in das neue Gebäude der Grundschule Am Habichtsberg umgezogen sein. Laut Natalia Mayer, Leiterin der OGS, standen 65 zu betreuenden Kindern bislang vier Räume zur Verfügung. Am neuen Standort werden es nur zwei sein. Schulleiter Harald Hengstler plant den Musik- und Englischraum für die OGS freizuräumen.

„Aber in der Hausaufgabenbetreuung werden wir wahrscheinlich auch die Klassenräume mitnutzen können", benennt Mayer die Vorteile. Trotzdem meint Hengstler: „Es wird ziemlich eng in der Schule." Herbert Dahle, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Lippe, das Träger der OGS ist, äußerte keinerlei Bedenken, sondern begrüßte die neue Nutzung des OGS-Gebäudes für die ärztliche Versorgung.

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