AWO-Mitarbeiter streiken ab Montag - Kalletaler Kita bleibt zu

Jens Rademacher und Miriam Scharlibbe

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Angestellte der Arbeiterwohlfahrt Nordrhein-Westfalen (AWO) im letzten Warnstreik stehen vor einem Haus des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB. Im Rahmen der Tarifauseinandersetzung zwischen Verdi und der AWO NRW hat die Gewerkschaft die Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. - © Christophe Gateau/dpa
Angestellte der Arbeiterwohlfahrt Nordrhein-Westfalen (AWO) im letzten Warnstreik stehen vor einem Haus des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB. Im Rahmen der Tarifauseinandersetzung zwischen Verdi und der AWO NRW hat die Gewerkschaft die Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. (© Christophe Gateau/dpa)

Kalletal/Bielefeld/Essen. Die AWO-Kita Hohenhausen in der Lohbrede bleibt wegen eines Warnstreiks am Montag, 18. Februar, geschlossen. Das bestätigte der AWO-Bezirksverband der LZ auf Anfrage. Die Eltern seien informiert, hieß es. Die Gewerkschaft Verdi hatte am Freitag Warnstreiks angekündigt. Die AWO weist auf ihr Notfalltelefon für Eltern (0521-9216246) hin, das am Montag von 7 bis 12 Uhr besetzt ist. Die beiden anderen Kalletaler AWO-Kitas am Römerweg in Hohenhausen und an der Brunnenstraße in Kalldorf sind nach Träger-Angaben vom Warnstreik nicht betroffen. Verdi fordert neun Prozent mehr Lohn.

Es habe in der dritten Tarifrunde am Dienstag Bewegung und Zugeständnisse auf beiden Seiten gegeben, hieß es in einer Mitteilung der AWO-Arbeitgeber in Dortmund. Eine Einigung in der nächsten Runde am 6. und 7. März sei nicht ausgeschlossen. Man bewege sich jetzt zwischen dem AWO-Angebot von 7 Prozent mehr Geld und der Verdi-Forderung von einem 9-Prozent-Plus. Eine Tarifauseinandersetzung „auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Pflegebedüftigen" sei überzogen.

Warnstreiks für Montag und Dienstag geplant

Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer hatte mitgeteilt, es habe zwar Bewegung in Form von "Tippelschrittchen" gegeben, aber die Vorstellungen lägen noch weit auseinander. Daher seien Montag und Dienstag in ausgewählten AWO-Betrieben Warnstreiks geplant. Die AWO NRW betreibt nach eigenen Angaben rund 3.000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 490 Offene Ganztagsbetreuungen und 132 Seniorenzentren. Laut AWO geht es bei den Tarifverhandlungen um 65.000 Beschäftigte in NRW.

Verdi fordert eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 10 Prozent, bei einer Laufzeit von 13 Monaten und damit eine Angleichung an das Lohnniveau im öffentlichen Dienst.

Demozug und Kundgebung zum Warnstreik werden am Montag ab 11 Uhr in Essen stattfinden. Aus OWL werden laut Gewerkschaftssekretärin Nicole Krug etwa 200 Beschäftigte aus den Kreisen Gütersloh, Paderborn und Herford sowie aus Bielefeld mit insgesamt vier Bussen ins Ruhrgebiet fahren. Vor Ort in Bielefeld werden sich weitere 50 AWO-Kollegen versammeln.

Vier Kitas in OWL schließen komplett

Vom Streik betroffen sind deshalb vor allem Kindertagesstätten, Offene Ganztagsschulen und Be-ratungsstellen. "In Ostwestfalen-Lippe werden vier Kindertagesstätten komplett schließen", sagt Krug. Betroffen seien außer der Kita in Kalletal die beiden Bielefelder Einrichtungen Kita Jahnstraße und Kinderhaus Senne sowie die Kita Villa Wannewupp in Löhne. Krug: Die Eltern wurden bereits am Mittwoch und Donnerstag über die Schließung informiert. In anderen Einrichtungen gebe es Notgruppen und verkürzte Betreuungszeiten.


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