"Polizeischikane": Deutz Willi bricht Schottland-Tour ab

Eigentliches Ziel waren die schottischen Highlands

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"Deutz-Willi" Winfried Langner hat seine Tour nach Schottland überraschend abgebrochen. - © Swen Pförtner/dpa
"Deutz-Willi" Winfried Langner hat seine Tour nach Schottland überraschend abgebrochen. (© Swen Pförtner/dpa)

Lauenförde/Großbritannien (dpa). Weil er sich von der englischen Polizei schlecht behandelt fühlte, hat der als Deutz Willi bekannt gewordene Rentner seine Trecker-Tour nach Schottland abgebrochen.

Ihr Vater Winfried Langner sei schon auf dem Weg zurück nach Lauenförde, sagte Sabine Langner-Uslu am Montag. Englische Polizisten hätten den 83-Jährigen stundenlang festgehalten und verdächtigt, er sei zum Betteln auf die Insel gekommen.

„Das war reine Schikane, was die mit mir gemacht haben. Da habe ich gesagt: Ihr könnt mich mal", sagte er dem „Täglichen Anzeiger". Langner, der mit seinem alten Traktor und einem kleinen Wohnwagen schon am Nordkap und auf Mallorca war, wollte monatelang eigentlich durch Großbritannien reisen.

Gemeindefahne für die nächste Tour wieder mitgebracht

Außer mit dem Vorwurf, er sei zum Betteln auf die Insel gekommen, hätten ihn die Beamten auch mit seinem Alter konfrontiert und erklärt, er sei mit 83 Jahren zu alt, um mit dem Trecker-Gespann durchs Land zu fahren. Zudem hätten sie bezweifelt, dass er eine gültige Fahrerlaubnis besitzt.

Dabei habe er einen EU-Führerschein. „Mein Vater fand die Vorwürfe unmöglich", sagte Langner-Uslu. „Er hat überhaupt nicht verstanden, was die Polizisten von ihm wollten." Schwierig sei dabei sicher auch, dass Deutz-Willi kaum Englisch spreche.

Ihren Vater ärgere es, dass er für sich und sein Trecker-Gespann 2.000 Euro für die Überfahrten zwischen Amsterdam und Newcastle bezahlt habe, ohne sein ursprüngliches Ziel in Schottland erreicht zu haben.
Die Gemeindefahne, die Lauenfördes Bürgermeister Werner Tyrasa (SPD) dem Treckerfahrer mit auf den Weg gegeben hatte, damit er sie am Zielort übergeben kann, bringt Langner nun wieder mit zurück. Vielleicht kann er sie für die nächste Reise gebrauchen.

Gestartet am 12. Mai in Lauenförde

Gestartet war Deutz-Willi am 12. Mai in seinem Heimatort. In Lauenförde war er wieder standesgemäß verabschiedet worden. „Lieber Winfried, nun gehst du wieder deiner Lieblingsbeschäftigung nach. Wir wünschen dir, dass dein Robert in den nächsten Wochen gut läuft. Wenn doch was passieren sollte, dann sag uns Bescheid, wir kommen dir zur Hilfe", hatte Bürgermeister Werner Tyrasa gesagt und ihm eine Fahne Lauenfördes überreicht.

Langners Motivation? „Über diese Route habe ich vor einiger Zeit einen Film gesehen und mir gesagt: Dort willst du auch mal lang fahren." Möglicherweise sollte es auch auf die hoch im Norden gelegenen Orkney-Inseln gehen. Die sind rund 1.800 Kilometer von Lauenförde entfernt. Dass er kein Englisch spricht, hielt er dabei für kein großes Hindernis.

Zur Not werde er sich in Schottland eben mit Händen und Füßen verständigen, sagte „Deutz-Willi".

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