Mutmaßlicher Brandstifter steht vor Gericht

Heidi Stork

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Feuer in Kalldorf - © Horst Brinkmann
Feuer in Kalldorf (© Horst Brinkmann)

Kalletal-Kalldorf/Detmold. Ein junger Mann muss sich seit dem gestrigen Freitag vor dem Landgericht Detmold wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Zum Prozessauftakt kamen Zeugen zu Wort.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in der Nacht des 22. Januars auf dem Hof seines Bruders in Kalldorf mit Hilfe von Brandbeschleunigern einen Holzunterstand angezündet zu haben, der sich an der Hauswand des Hauptgebäudes befand. Das Gebäude diente unter anderem als Wohnhaus der Familie. Die Flammen sollen bereits auf Teile des Gebäudes übergegriffen haben, bevor die Feuerwehr durch ihr schnelles Eingreifen ein weiteres Ausbreiten der Flammen und damit Schlimmeres verhinderte.

Am ersten Prozesstag ging es um die Videoaufzeichnung einer Überwachungskamera der benachbarten Spedition. Die Bilder zeigen eine Person, die zur Tatzeit am Tatort war und im Zusammenhang mit dem Brand stehen könnte. Dem Vorsitzenden Richter Karsten Niemeyer ging es zunächst darum herauszufinden, ob einer der Zeugen den Angeklagten auf dem Video erkennt. Doch weder die Nachbarin, die in der Nacht die Feuerwehr alarmierte, noch der Besitzer der Überwachungskamera konnten mit Sicherheit sagen, dass es sich bei der Person auf dem Video tatsächlich um den 44-jährigen Angeklagten handelt.

Die Frage nach einem öffentlich ausgetragenen Streit in der Familie verneinte eine Zeugin verneint. Staatsanwalt Alexander Görlitz wollte wissen, wie lange sie die Familie kenne. Sie wohne seit fünf Jahren in direkter Nachbarschaft des Hofes und sei locker mit einem Familienmitglied befreundet. In jüngster Zeit habe es bereits viermal auf dem Hof gebrannt, betonte die Zeugin.

Auf Anraten seines Anwalts Dr. Detlev Otto Binder aus Bielefeld machte der Angeklagte, der sich seit dem 25. Januar in Untersuchungshaft befindet, keine Angaben zur Sache. 
Der Vater des Angeklagten, der im Zuschauerraum saß, machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Verhandlung wird am Montag, 17. Juni, ab 13.30 Uhr fortgesetzt.

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