Angeklagter akzeptiert Urteil nicht

Teutoburger Sperrholz

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Detmold. Wegen fahrlässiger Tötung hat das Detmolder Amtsgericht den Ex-Geschäftsführer der "Teutoburger Sperrholz" im März zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro verurteilt. Gegen das Urteil legte Arnd Kuhlmann, Verteidiger des 59-Jährigen, Berufung vor dem Landgericht Detmold ein. Er fordert Freispruch. 2012 war in der Firma ein Arbeiter in eine Dämpfgrube gefallen und gestorben.

Die Aussagen der Zeugen und auch die Schlüsse, die das Amtsgericht daraus gezogen habe, seien einfach falsch. Seinen Mandanten treffe keine Mitschuld an dem Unglück, ist Arnd Kuhlmann überzeugt. Dies hatte das Amtsgericht im März jedoch anders gesehen. Nach der Beweisaufnahme stand fürs Gericht fest, dass der Angeklagte die Sicherheit seiner Arbeitnehmer vernachlässigt hat. Nach Ansicht des Gerichts hätte der 59-jährige Ex-Geschäftsführer den tödlichen Unfall verhindern können, wenn er an der Dämpfgrube sichere Abdeckungen angebracht hätte.

Ein 58-jähriger Arbeiter, der mit Reparaturarbeiten über der Dämpfgrube beschäftigt war, war durch das Abdeckbrett ins rund 50 Zentimeter tiefe, kochend heiße Wasser gestürzt. Dabei zog er sich so starke Verbrühungen zu, dass er wenige Tage später im Krankenhaus verstarb. Mehr als 90 Prozent der Haut des Arbeiters war verbrannt. (ero)

Der Prozess am Detmolder Landgericht beginnt Mittwoch, 2. Juli, um 9 Uhr.

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