Landgericht gibt Bahn die Alleinschuld für Unfall von Roland Kopp

Netz AG und Westfalenbahn haften für Schaden am Auto

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Detmold. Erstes Urteil in Sachen "Bahnunfall Roland Kopp": Die Netz AG der Deutschen Bahn und die Westfalenbahn müssen gemeinsam vollständig für den Schaden am Audi haften. Dies hat das Landgericht Detmold gestern entschieden.

"Für ein Mitverschulden des Herrn Kopp sah das Gericht keinen Raum", berichtete Roland Kopps Anwalt Karl Schlüter aus Bielefeld am Mittwoch. Ausführliche Entscheidungsgründe kenne er noch nicht. Auch das Gericht äußerte sich dazu nicht näher.

Kopp war in seinem Auto, wie mehrfach berichtet, im Juni 2012 am Bahnübergang in Heidenoldendorf vom Zug erfasst und nur mit viel Glück leicht verletzt worden. Ein Bahnposten hatte die damals manuell zu bedienende Schranke nicht heruntergelassen; er ist bereits verurteilt worden. Den Wagen hatte Kopp von einem Audi-Händler aus Münster zur Verfügung gestellt bekommen, der von den beiden Bahn-Betrieben Schadensersatz gefordert hatte . Die Bahn hatte argumentiert, Kopp hätte trotz geöffneter Schranke anhalten müssen. Dies sehe die Straßenverkehrsordnung vor.

Schlüter zufolge hat das Gericht den Schaden am Audi letztlich mit 32 000 Euro beziffert. Auch Kopp hat unter anderem wegen Verdienstausfalls Forderungen gestellt. Auch erwartet er Schmerzensgeld. Dieses Urteil verkündet das Gericht in 14 Tagen. Karl Schlüter geht davon aus, dass es ähnlich lauten und es dann Gutachten geben wird.

Dr. Jörg Rahmede aus Hamm, Anwalt der DB Netz AG, zeigte sich verwundert über das Urteil, das ihm jedoch noch nicht vorliege. "Wir werden es nach Erhalt überprüfen und sehen, wo sich Angriffspunkte für eine Berufung bieten", sagte er. Seiner Überzeugung nach sei es unstrittig, dass Kopp hätte warten müssen. (mah)

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