Rosi Mittermaier und Christian Neureuther spielen auf Einladung der Lions-Clubs in Cappel

Von Judith Stracke

Im Einsatz für die Rheumaliga: Petra Fischer, Meinolf Lindhauer, Rosi Mittermaier, Dr. Matthias Wendtland und Christian Neureuther (von links) im Cappeler Golfclubhaus. - © Foto: Stracke
Im Einsatz für die Rheumaliga: Petra Fischer, Meinolf Lindhauer, Rosi Mittermaier, Dr. Matthias Wendtland und Christian Neureuther (von links) im Cappeler Golfclubhaus. (© Foto: Stracke)

Blomberg-Cappel (udi). Sie schrieb Geschichte in den Schnee, ist glückliche Ehefrau, stolze Mama und Schirmherrin der Deutschen Kinderrheuma-Stiftung. Aber vor allem ist Rosi Mittermaier eins: fröhlich, herzlich und unheimlich natürlich. Gewinnen ist ihr auf gut bayrisch eigentlich "wurscht."

Wenn sie zum Golfschläger greift, dann um zu helfen. Das macht sie seit 14 Jahren mit Ehemann Christian Neureuther vor allem für rheumakranke Kinder. "Sie brauchen unsere Lobby. Aufklärung ist so wichtig", meint sie. So reiste sie mit Ehemann und Golfausrüstung zum ersten Mal nach Lippe, um auf Einladung der Lions-Clubs Detmold und Detmold-Residenz auf dem Grün in Cappel ihre Runde zu drehen. "Viele Skiläufer spielen Golf. Das liegt an unserer Naturverbundenheit. Diese weiten Felder sind einfach herrlich. Das kennen wir ja gar nicht von daheim", schwärmte das Ski-Ass.

Daheim war und ist sie in den Bergen, die sie 1976 bei den Olympischen Spielen zur Legende machten. Zweimal Gold, einmal Silber und die Liebe und Sympathie der Nation. "Das Jahr 1976 war immer gut zu mir", hat sie bescheiden geschrieben. Heute, 38 Jahre danach mit 64 Jahren, sagt sie: "Werte sind wichtig, um mit sich zufrieden zu sein. Wir sind dankbar, glücklich und gesund. Wir können viel zurückgeben. Uns geht es gut. Ich brauche kein Haus auf Mallorca."

Was sie braucht, sind Berge. Berge, die sie noch gerne auf Skiern erobert, ohne ihre Bodenständigkeit zu verlieren. Erobern ist auch das richtige Stichwort, wenn man das deutsche Traumpaar in Sachen Skisport auf dem Golfplatz erlebt. Fröhlich und lustig, von Starallüren keine Spur. Christian Neureuther zieht unter anderem mit Petra Fischer, Präsidentin des GC Cappel, über das Grün und herzt sie: "Ja sicher nehme ich sie in den Arm. Der Mann war ja nicht dabei."

Auch neben dem Grün läuft der Slalomspezialist zu Höchstform auf: "Ihr seid alle so normal. Das ist ein Wahnsinn. So mögen wir es." Gemocht hat er die Plätzchen von Bärbel Lampe. Sie lernte mit Ehemann Willi die Rosi und den Christian in Garmisch kennen. Die Lipper besuchten sie, um sie für das Benefiz-Turnier zu gewinnen. "Als ich die beiden mit den Plätzchen unsere Einfahrt hochkommen sah, habe ich gesagt, die bringen Plätzchen mit, die können wir reinlassen."

"Fröhlich bin ich sowieso" heißt die Autobiografie Mittermaiers. Der Titel sagt viel über die Sportlerin aus, die selbst noch ihren schärfsten Konkurrentinnen die Daumen drückte. Gewinnen ist ihr eben "wurscht", solange es denen zu Gute kommt, denen sie von ihrem Glück abgeben kann. Ohne Frage: Gold-Rosi glänzte in Cappel weit über ihre Medaillen hinaus und sorgte mit ihrem Ehemann dafür, dass der Lions-Golf-Cup mit 120 Teilnehmern und 17 500 Euro Spendenerlös nicht nur auf dem Grün fernab der Berge zum Erfolg wurde.

"Ein tolles Turnier, das von der Natürlichkeit wunderbarer Sportler und Menschen geprägt wurde und auch Kindern in Lippe hilft", waren sich die neuen Präsidenten Dr. Matthias Wendtland (Detmold Residenz) und Prof. Dr. Meinolf Lindhauer (Lions Club Detmold) sowie alle Organisatoren einig. 50 000 Kinder krank
Stolze 17 500 Euro für die Deutsche Kinderrheuma-Stiftung wurden beim Lions-Golf-Cup in Cappel zusammengespielt. Die Schirmherrin der Stiftung, Rosi Mittermaier, und ihr Ehemann Christian Neureuther gaben gerne Auskunft über ihre Arbeit. Mehr als 50 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland seien an Rheuma erkrankt. Die Stiftung möchte vor allem über das Krankheitsbild informieren, mehr Sensibilität für betroffene Kinder und Jugendliche schaffen.

Infos: www.kinder-rheumastiftung.de

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