Kreis besiegelt Partnerschaft mit ukrainischer Stadt Lutsk

Landrat und Bürgermeister unterzeichnen Urkunden und überreichen Geschenke

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Besiegeln die Partnerschaft: Landrat Friedel Heuwinkel und Mykola Romanyuk, Bürgermeister von Lutsk. - © Cordula Gröne
Besiegeln die Partnerschaft: Landrat Friedel Heuwinkel und Mykola Romanyuk, Bürgermeister von Lutsk. (© Cordula Gröne)

Kreis Lippe. Es sind nur zwei Unterschriften auf einer Urkunde, doch sie besiegeln die seit 25 Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Kreis Lippe und der ukrainischen Stadt Lutsk. Im Detmolder Kreishaus nahmen gestern Vertreter aus Vereinen, Politik und Wirtschaft am Festakt anlässlich der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages teil.

Die Gäste aus der Ukraine ließen etwas auf sich warten. Schließlich absolvierte die Folkloregruppe Lutsk noch einen Auftritt bei den Lipper-Tagen in Schlangen. Professor h.c. Karl-Hermann Krog, Vorsitzender des Vereins Brückenschlag Ukraine und treibende Kraft, bekam feuchte Augen. Er schilderte, dass die Stadt Bad Salzuflen vor 25 Jahren erste Beziehungen zu Lutsk aufgebaut habe. Er habe mit der Vereinsarbeit und Hilfstransporten etwas gutmachen wollen.

Darauf ging auch CDU-Europaabgeordneter Elmar Brok ein, der gerade Großvater geworden ist. Die Stadt Lutsk sei zwischen Polen, Litauen und Russland hin- und hergerissen worden. Die Menschen hätten unter Kommunisten und Nationalsozialisten gelitten. Brok sieht die Partnerschaft als Symbol dafür, dass Lippe und Lutsk nun in die Zukunft schauen können. „Die europäischen Parlamente haben gerade beschlossen, die Freiheit der Ukraine zu verteidigen“, berichtete der Politiker. Das neue Europa bedeute, dass alle Nationen gleichberechtigt seien. In Lippe sei die Reihe der Partnerschaften allerdings erst vollständig, wenn neben dem litauischen Kaunas, dem polnischen Chodziez und dem urkrainischen Lutsk auch noch eine russische Stadt dazugekommen sei.

Landrat Friedel Heuwinkel erläuterte, dass die Partnerschaften intensiv gepflegt würden und insbesondere junge Menschen einbezogen würden. Künftige Schwerpunkte seien Bildung, Schule, Wirtschaft und der Gesundheitsbereich. Aber auch der Austausch der Verwaltungen und der Tourismus würden sicher künftig nicht zu kurz kommen.

„Mit der Partnerschaft gehen wir einen weiteren Schritt, um unsere beiden Regionen miteinander zu verbinden und unsere freundschaftlichen Beziehungen zu vertiefen“, freute sich Heuwinkel.

Für den Bürgermeister von Lutsk, Mykola Romanyuk, ist die Partnerschaft angesichts von Krieg und Aggression wichtig. „Ich persönlich betrachte sie als Zeichen der Unterstützung in dieser komplizierten Zeit“, sagte er auf Russisch, das übersetzt wurde. Er dankte dem Verein Brückenschlag für die Hilfe und versprach: „In der Stadt Lutsk werden Sie sicher einen guten neuen Partner finden.“

Auch Vertreter aus Kaunas und Chodziez sprachen Grußworte. Für eine heitere Note sorgte der Auftritt der Folkloregruppe, die auch ein deutsches Lied einstudiert hatte. Heuwinkel überreichte Romanyuk als Geschenk eine lippische Rose und ein Bild des Malers Wolfgang Heinrich, der selbst anwesend war. Eine Kopie der Lutsker Burg erhielt er als Gegengeschenk.

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