Interaktiv: Diese Gärten sollten Sie sich unbedingt ansehen

Astrid Sewing

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Die neue Saison der offenen Gärten in Lippe startet. - © Sewing
Die neue Saison der offenen Gärten in Lippe startet. (© Sewing)

Lemgo. Es ist soweit: Am 1. Mai startet die neue Saison der offenen Gärten in Lippe. Die Aktion „Offene Gärten in Lippe" wird in diesem Jahr von Mai bis September den Zugang zu insgesamt 32 lippischen Gärten in 14 lippischen
Kommunen ermöglichen. In unserer interaktiven Karten finden Sie alle Gärten, die bei der Aktion mitmachen. Zudem haben wir aufgelistet, ob es dort eine Toilette gibt, ob Getränke angeboten werden und Hunde willkommen sind. Zudem ist in der Karte einzeln auswählbar, welche Gärten im Mai, Juni, Juli, August oder September geöffnet haben.



„Klein Petersburg" ist im Garten von Ulrich Recker und Willi Garnjost ein beliebter Anlaufpunkt. Zwei Seniorinnen, die alljährlich am Tag der offenen Gärten in Lemgo vorbei schauen, lieben es, inmitten von Rosen-Porzellantassen in dem romantisch-verspielten Ambiente des Pavillons zu entspannen.

Willi Garnjost muss schmunzeln, wenn er an die Szenen denkt, die er schon erlebt hat. „Man sieht sofort, wer mit musste und wer Interesse am Garten hat", sagt er. Das Paar ist von Anfang an bei der Aktion dabei, Hunderte kommen, wenn sie ihr Refugium vorstellen. Immer gibt es Veränderungen. Die einschneidenste im vergangenen Jahr. Da wütete der Buchsbaumpilz, 100 Meter der 20 Jahre alten Hecke mussten die Lemgoer aus dem Garten entfernen. „Da haben wir auch pausiert, denn der Pilz wird auch über die Kleidung verbreitet. Wenn Besucher die Sporen an der Kleidung mit in ihren Garten genommen hätten, hätte sich das da ausbreiten können", sagt Recker.

Er ist der Fachmann, denn beruflich arbeitet er als Gärtner im Staatspark Bad Pyrmont. Doch bei der Gartengestaltung ist es keineswegs so, dass nur seine Meinung zählt. Vor 29 Jahren haben die beiden ihr Haus in Lemgo gekauft. Einen Garten gab es nicht. „Eine Hochstamm-Rose haben wir vor das Küchenfenster gepflanzt – sonst waren da nur große Kluten", erinnert sich Garnjost. Es folgten Gemüse-Beete, Zwiebelpflanzen, der Buchsbaum und immer mehr Gestaltungsideen. Heute hängen kleine Spiegel in der Birke, in den Staudenbeeten gibt es überall Hingucker, ein alter Schleifstein, eine Fass mit einem Wasserspeier, ein Beet mit einer Umrandung aus Flaschenböden und vieles mehr.

Gartenbesitzer Willi Garnjost (links) und Ulrich Recker (rechts) freuen sich auf die neue Gartensaison. Renate Tegtmeyer (links) und Marie-Louise Asemissen organisieren das Event "Offene Gärten in Lippe". - © Astrid Sewing
Gartenbesitzer Willi Garnjost (links) und Ulrich Recker (rechts) freuen sich auf die neue Gartensaison. Renate Tegtmeyer (links) und Marie-Louise Asemissen organisieren das Event "Offene Gärten in Lippe". (© Astrid Sewing)

Neu ist der Rasen. „Das ist der erste seit 29 Jahren, da müssen wir uns auch erst daran gewöhnen", sagt Recker. Blaue Skilla blühen, 500 Zwiebeln haben sie gesetzt und auch eben viele Tulpen. Allerdings „war da einiges auch Wühlmausfutter", sagen die beiden lachend. Sie finden das nicht weiter tragisch. „Das gehört dazu und wenn man sich nur Stress damit macht, dann kann man den Garten nicht genießen." Am wichtigsten ist es ihnen, dass alles harmonisch wirkt, dass sich möglichst viele Tierarten beobachten lassen. Und um das optimal zu können, gibt es einige Sitzplätze. Und eben auch den Pavillon.

„Den Namen hat er, weil wir eine Reise nach St. Petersburg absagen mussten. Stattdessen haben wir den Pavillon aufgebaut", sagt Recker. Die erste Porzellantasse fand er auf einem Trödelmarkt, dutzende folgten. Sie stehen in kleinen Regalen und bilden mit dem Porzellanleuchter den Rahmen für die Sprossenfenster, die Rattanmöbel, den gedeckten Tisch. „Frauen sind meist begeistert, Männer sind da zurückhaltender", stellt Garnjost fest. Aber am 1. Mai, da ist er sicher, werden die Sitzplätze dort wieder begehrt sein. Der Garten in Lemgo ist nicht groß, aber in unterschiedlichen Räumen aufgeteilt und abwechslungsreich.

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