Nationalpark Senne für Experten weiter aktuell

Positive Daten aus der Eifel ermutigen für Wiederaufnahme der Debatte

Matthias Bungeroth

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Nationalpark - © Bernhard Preuß
Nationalpark (© Bernhard Preuß)

Bielefeld. Mit viel Zuversicht im Gepäck kehrte eine Expertengruppe aus Ostwestfalen-Lippe aus der Eifel zurück. Denn was die Fachleute vor Ort über die Entwicklung des Nationalparks Eifel erfuhren, gibt ihnen neue Energie und Zuversicht, ein solches Projekt für Ostwestfalen-Lippe weiter zu verfolgen. Dazu gehört Altenbekens Bürgermeister Hans Jürgen Wessels (SPD). „Man tut gut daran, für OWL so etwas zu schaffen", unterstreicht Wessels und meint damit die Einrichtung eines Nationalparks in der Senne.

»Die Erkenntnisse aus der Eifel sind nicht hoch genug einzuschätzen«
Eine wissenschaftliche Untersuchung über den Nationalpark Eifel hatte ergeben, dass sich dort die Besucherzahl seit 2007 auf mehr als 870.000 erhöht hat. Der Bruttoumsatz durch den Nationalparktourismus stieg von acht auf 30 Millionen Euro. 700 Arbeitsplätze werden durch den Park generiert (2007: 265).

„Die Erkenntnisse aus der Eifel sind nicht hoch genug einzuschätzen", bilanziert Wessels. Die Daten aus der vorgelegten Untersuchung seien „absolut valide". Beim erzielten Umsatz durch den Tourismus sei der Städtetourismus sogar herausgefallen. „Wenn wir die Senne als Nationalpark hätten, wäre das eine weitere starke Marke für OWL", so Wessels. Eine solche Einrichtung sei ein „großartiger Freizeitgewinn", weil sie viele Menschen anspreche. Es sei schön, sich auf diese Weise mit dem Thema Natur auseinanderzusetzen.

„Ein Nationalpark beeindruckt immer wieder", so Wessels. Zugleich sei bei der Präsentation der Studie in der Eifel deutlich geworden, „wie offenkundig in der Diskussion über den Nationalpark in OWL Unwahrheiten erzählt wurden". Dies mache ihn „sprachlos", betonte Wessels. Niemand werde etwa aus einem solchen Gebiet ausgesperrt. „Solch ein Unfug ist in jedem Nationalpark deutlich widerlegt worden."

Vielmehr würden Menschen eingeladen, sich mit der Natur auseinanderzusetzen. „Die Natur wird aufgewertet." Zwar werde der sozio-ökonomische Effekt durch einen Nationalpark eher auf die touristische Ebene verlagert, doch: „Das sind Dimensionen, die nachhaltig in der Region auch binden, so wie in der Eifel." Wessels setzt sich deshalb dafür ein, die Nationalpark-Debatte in der kommenden Legislaturperiode wieder mit Nachdruck aufzunehmen.

Beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW steht man etwaigen Vorstößen in diese Richtung positiv gegenüber. „Wir stehen parat, wenn es dazu kommt", sagt Michael Blaschke, Leiter der Stabsstelle Kommunikation des Landesbetriebs in Münster auf Anfrage. In der Gebietskulisse der Senne gebe es „Bereiche, die sind seit 100 Jahren unberührt". Das sei ein „Riesenpfund, mit dem OWL wuchern kann". Zudem läge ein Nationalpark Senne in der Nachbarschaft zu Großstädten wie Bielefeld, Gütersloh oder Herford. „Da bieten sich touristisch tolle Synergien an", so Blaschke.

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