Würdige Feier für die Gnadenhochzeit von Lippe und NRW

Ministerpräsidentin würdigt die Entwicklung des dritten Landesteils

Thorsten Engelhardt

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Festlich ausgeleuchtet: Im Landestheater in Detmold fanden die Feierlichkeiten statt. Davor leuchtet NRW weithin sichtbar. - © Torben Gocke
Festlich ausgeleuchtet: Im Landestheater in Detmold fanden die Feierlichkeiten statt. Davor leuchtet NRW weithin sichtbar. (© Torben Gocke)

Detmold. Draußen steht rechts ein Modell des Hermannsdenkmals, links leuchten die Buchstaben NRW. In der Mitte beschreiten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gemeinsam mit Landtagspräsidentin Carina Gödecke und Landrat Dr. Axel Lehmann den Roten Teppich ins Detmolder Landestheater. Zur Feier der Gnadenhochzeit. Denn 70 Jahre ist es her, dass Lippe seine Eigenständigkeit aufgegeben hat und der dritte Teil Nordrhein-Westfalens geworden ist. Aber für was steht Lippe heute?

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Studenten der Hochschule OWL haben die Frage in einem Video gestellt. Für sie ist Lippe viel Landschaft, historische Gebäude, Musik, Sport, Hochschule und Engagement für die Gesellschaft. Für Ministerpräsidentin Kraft ist es eine Region, die sie „wirklich lieben gelernt habe", sagt sie der LZ. Und sie habe eine wirtschaftliche Stärke, die ihresgleichen suche. Wirtschaftskraft, aber auch soziale Verantwortung und Solidarität rühmt Kraft auch später in ihrer Festrede.

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Im Parkett des Landestheaters und auf den Rängen hören ihr viele Vertreter des öffentlichen Lebens in Lippe und NRW zu: das versammelte Landeskabinett, Bürgermeister, Abgeordnete verschiedener Parlamente, Repräsentanten der Wirtschaft, der Kirchen, der Gesellschaft. Mittendrin sitzen Jugendliche aus lippischen Jugendfeuerwehren.

Was ist für sie Lippe? Die Jugendlichen schauen sich nachdenklich an. Lippe bedeute „schöne Landschaft", sagt einer. Eine andere betont das Miteinander in der Feuerwehr und darüber hinaus. Ja, in Lippe könne auch ein junger Mensch gut leben, sagen sie.

Dr. Traute Prinzessin zur Lippe gehört einer anderen Generation an. Aber auch sie rühmt, wie die Jugendlichen, vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl der Lipper. Sie stünden zusammen, wenn es darauf ankomme, sagt sie.

Fotostrecke: 70 Jahre Lippe in NRW


Die Lipper seien stolz darauf, ein eigenes Völkchen zu sein, bekräftigt Landrat Dr. Axel Lehmann in seiner Ansprache. Aber gleichermaßen stolz und dankbar seien sie, Teil des Landes NRW zu sein, Deutschlands und Europas. Lippe, so fügt Anke Peithmann, Vorsteherin des Landesverbandes an, trägt bei zur Vielfalt in NRW. Eine Vielfalt, die Verbundenheit schaffe. „Dafür stehen Rhein, Ross und Rose im Wappen", unterstreicht Landtagspräsidentin Carina Gödecke.

Vielfalt ist ein oft gebrauchter Begriff an diesem Abend – ob in Bezug auf die aktuellen politisch-gesellschaftlichen Debatten um Zuwanderung, Nationalismus oder Populismus oder im Rückblick auf die Vergangenheit. Denn auch die rheinisch-westfälisch-lippische Ménage à trois musste ja erst wachsen. Dr. Lehmann wandelt dafür ein berühmtes Bonmot von Johannes Rau ab: „Was sollte der lebenslustige und spendierfreudige Lipper auch mit dem griesgrämigen Rheinländer und dem geizigen Westfalen anfangen?"

Und dennoch sei die Zugehörigkeit Lippes zu NRW ein Erfolg geworden, sind sich alle einig: die aus dem Rheinland stammende Ministerpräsidentin, die aus Westfalen kommende Landtagspräsidentin, der lippische Landrat und die in Bad Oeynhausen geborene Landesverbandsvorsteherin. Lippe, das sei im Einklang mit NRW Weltoffenheit, Vielfalt, Selbstbewusstsein. Alle versammeln sich hinter dem Satz der Ministerpräsidentin: „Ohne Lippe wäre NRW nicht dieses NRW."

Hannelore Kraft besucht ihre „Perle"

Männer in dunklen Anzügen, Sonnenbrillen und Knopf im Ohr – dazu Polizisten in Uniform sowie Taschenkontrollen – bevor NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) samt Ministerriege in der Hochschule für Musik zur Kabinettsitzung im Gartensaal trafen, stand Sicherheit an oberster Stelle.

Vor der streng bewachten Sitzung trug sich die 13-köpfige Regierungsmannschaft – es fehlte entschuldigt Umweltminister Johannes Remmel – ins Goldene Buch der Stadt Detmold ein. In einer kurzen Ansprache bedankte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sich für den herzlichen Empfang durch Landrat Dr. Axel Lehmann, Bürgermeister Rainer Heller und Hochschulkanzler Hans Bertels.

„Ich bin sehr gerne in Detmold und habe meinem neuen Fahrer erst mal die Schönheiten der Stadt gezeigt", sagte Kraft. Dazu gehöre auch die Hochschule für Musik, „die eine meiner Perlen in der Hochschul-Landschaft von NRW ist", fügte Kraft hinzu.

Nebenan schaute Regierungssprecher Thomas Breu-stedt ganz ungeduldig auf seine Armbanduhr: „Wir sind in Zeitnot und müssen pünktlich zum Festakt im Landestheater." Er betonte, dass die Kabinettssitzung in der Residenzstadt keine „Spaßveranstaltung" sei. „Wir haben die Sitzung, die immer dienstags in Düsseldorf stattfindet, nach Detmold verlegt und rund 20 Themen auf der Tagesordnung", sagte Breustedt.

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