Alle SPD-Kandidaten setzen sich in Lippe durch

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Stolze SPD-Kandidaten: (von links) Dennis Maelzer, Ellen Stock (mit Ex-Ministerin Ute Schäfer) und Jürgen Berghahn mit Sohn Kevin. - © Martin Hostert, Marianne Schwarzer
Stolze SPD-Kandidaten: (von links) Dennis Maelzer, Ellen Stock (mit Ex-Ministerin Ute Schäfer) und Jürgen Berghahn mit Sohn Kevin. (© Martin Hostert, Marianne Schwarzer)

Kreis Lippe. Was für ein Wechselbad der Gefühle für die CDU. Die Mitglieder freuen sich auf den Partys in Lieme und Ehrsen über das aus ihrer Sicht grandiose Landesergebnis. Die Zahlen in Lippe sind aus Sicht der Union hingegen weniger erfreulich: Die SPD stellt erneut alle drei Direktkandidaten.

Ellen Stock siegt hauchdünn (251 Stimmen Vorsprung) vor Heike Görder. Jürgen Berghahn und Dennis Maelzer lassen zwar Federn, setzen sich am Ende aber souverän gegen Walter Kern und Marketa Teutrine durch. Es folgt ein Überblick über die Wahlpartys in Lippe.

Fotostrecke: Wahlpartys in Lippe 2017

Detmold: Spannung pur bei der SPD-Wahlparty. Den langen Gesichtern nach der 18-Uhr-Prognose folgte eine unglaublich spannende Zitterpartie für Ellen Stock (Lage). Dass Maelzer (Detmold) und Berghahn (Blomberg) ihre Wahlkreise gewinnen würden, kristallisiert sich schnell heraus.

Doch für Ellen Stock wurde es der längste Abend ihres Lebens: Erst um 21.30 war klar, dass sie in den Landtag einziehen wird. So folgte dem großen Frust doch noch Jubel. Maelzer war stolz, in allen Kommunen (erstmals in Augustdorf) gewonnen zu haben und gab sich kämpferisch: „Die Union muss jetzt liefern. Bislang war das alles recht seicht." Er könne sich nicht vorstellen, in einer großen Koalition die Hand für einen Ministerpräsidenten Laschet zu heben.

Ellen Stock war überglücklich: „Dass es eng werden würde, ahnte ich. Aber so eng..." Von negativen Auswirkungen auf den Bundestagswahlkampf wollten die Sozialdemokraten nichts hören: Das sei eine ganz andere Wahl. Und sie betrieben Ursachenforschung: Vielleicht hätte Hannelore Kraft sich doch von Innenminister Jäger trennen müssen, war zu hören.

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Lieme/Ehrsen: Hier traf sich die CDU zu Wahlpartys. Bei Kramp & Kramp in Lieme jubelt nur eine Handvoll Gäste der CDU über die ersten Zahlen. Doch schnell füllt sich der Saal. CDU-Kandidat Walter Kern ahnt schon früh: „Für mich persönlich wird es schwierig." Er verkürzt zwar den Abstand auf Jürgen Berghahn von 15 auf gut 5 Prozent, aber einholen kann er ihn nicht.

Dazu kommt, dass die CDU sehr viele Direktmandate gewinnt und sein Listenplatz 26 aller Voraussicht nach nicht zieht (das endgültige Ergebnis wurde erst in der Nacht erwartet). „Ich war vorbereitet, dass eine starke CDU mein Mandat gefährdet", sagte er gefasst. Er will weiter daran arbeiten, dass eine medizinische Fakultät nach OWL kommt. Beruflich könnte er zur Sparkasse Lemgo zurückkehren.

Was auf dem Hof Hinke in Ehrsen als Grillparty beginnt, wird zum Wahlkrimi. Nur wenige Stimmen fehlen zum Einzug von Heike Görder in den Landtag. Dennoch herrscht gute Stimmung bei der CDU. Görder ist stolz, dass sie in der Erststimme in Bad Salzuflen fast sieben Prozent mehr erzielen kann als ihre Partei in der Zweitstimme. „Das ist schon ein Statement", sagt sie.

Wenig überrascht zeigt sie sich nach der ersten Prognose des Abends, die ein klares Plus für ihre Partei meldet. „Wir haben einfach gute Arbeit geleistet, und das zahlt sich aus", sagt sie. Den gestrigen Tag wertet Görder als gutes Zeichen für die Bundestagswahl: „Ich bin da sehr optimistisch, dass wir ein ähnlich gutes Ergebnis erzielen."

Lemgo: Applaus gibt es im Liberalen Zentrum der FDP während der ersten Hochrechnungen. Kandidat Christian Sauter (Extertal) hatte mit 12 Prozent auf Landesebene gerechnet – und so kam es. Der eigentlich für Sauter vorgesehene, aber durch einen Fehler nicht realisierte Listenplatz 24 zieht. Den hat nun Martina Hannen (Lage) inne, die sich gestern Abend nicht definitiv äußerte, ob sie, wie angekündigt, verzichten werde.

Sauter: „Die 24 wird mich verfolgen. Es ist ein Wechselbad der Gefühle." In Extertal holte er mehr als 26 Prozent Erststimmen. Dies mache ihn stolz, sagte Sauter. Die nach eigenen Angaben jüngste FDP-Kandidatin in NRW, Benita Henning (Lage), verließ die liberale Wahlparty gegen 19 Uhr. „Ich bin sehr zufrieden. Da ich relativ unbekannt vor dem Wahlkampf war, hatte ich nicht mit so vielen Stimmen gerechnet."

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