Doppelmord: Thomas T. droht lebenslange Haft

Erol Kamisli und Seda Hagemann

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Der brutale Doppelmord an einer 24-Jährigen und ihrem Sohn (6) in der Detmolder Immelmannstraße erschütterte im September ganz Deutschland.  - © Vera Gerstendorf-Welle
Der brutale Doppelmord an einer 24-Jährigen und ihrem Sohn (6) in der Detmolder Immelmannstraße erschütterte im September ganz Deutschland.  (© Vera Gerstendorf-Welle)

Detmold. Knapp zwei Monate nach dem Mord an einer 24-jährigen Frau und ihres sechsjährigen Sohnes in einem Detmolder Mehrfamilienhaus – hat Thomas T., der die Tat gestanden hat, nun die Anklageschrift erhalten. Darin wird dem 53-Jährigen Doppelmord an einer 24-jährigen und ihrem sechsjährigen Sohn vorgeworfen – die beiden stammten aus Bulgarien.

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„Er wollte am 9. September die Frau im Keller zum Geschlechtsverkehr zwingen, wozu es jedoch nicht kam. Darafhin hat er mit einem Messer auf sie eingestochen", sagt Oberstaatsanwalt Christopher Imig. Nachdem er die Frau durch zahlreiche Messerstiche getötet hatte, soll er ihre Leiche in seine Wohnung, die im Dachgeschoss des Mehrfamilienhauses liegt, getragen haben.

Als dort dann der sechsjährige Junge erschien, habe er auch ihn mit mehren Messerstichen getötet, um die vorangegangene Tat zu vertuschen. „Im Anschluss an die Tat verwischte der Angeschuldigte zunächst einige Spuren, die er im Treppenhaus hinterlassen hatte und fuhr dann mit dem Zug nach Hamburg", erklärt Oberstaatsanwalt Imig. Unterwegs will er die Tatwaffe entsorgt haben. In Hamburg wurde T. am 14. September festgenommen.

Zum Verbleib der Tatwaffe schweigt der 53-Jährige. „Trotz des Einsatzes von Spürhunden, haben wir das Messer immer noch nicht gefunden", sagt Imig. In der Vernehmung soll der 53-Jährige zunächst eine wenig nachvollziehbare Variante geschildert haben. Letztlich räumte er aber ein, seine Opfer vorsätzlich erstochen zu haben. Obwohl er für die Tötung der jungen Frau kein Motiv nannte, haben die Ermittler offenbar erkannt, dass er mehr als freundschaftlich an der jungen Mutter interessiert war.

Im Falle einer Verurteilung droht dem vorbestraften Mann nicht nur eine lebenslange Freiheitsstrafe, sondern auch die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung. Der Prozess soll im Januar am Detmolder Landgericht beginnen. Mutter und Kind sind inzwischen in ihrer bulgarischen Heimat beerdigt worden. Die Nebenklage für die Familie der Opfer hat der Detmolder Anwalt Murat Baspinar übernommen.

Der 53-jährige Detmolder befindet sich seither in Untersuchungshaft. Das Schwurgericht, dem die Anklageschrift vorliegt, muss nun einen Termin für die Hauptverhandlung festsetzen. In der Zwischenzeit wird der Angeschuldigte – wie in solchen Fällen üblich – psychiatrisch untersucht werden.

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