Führung im Landesmuseum: Die „wilde Ehe“ von Hermann und Thusnelda

Erol Kamisli

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Sonderführung im Landesmuseum Detmold. - © Bernhard Preuss
Sonderführung im Landesmuseum Detmold. (© Bernhard Preuss)

Detmold. „Die Einblicke ins Liebesleben von Hermann und Thusnelda sind sehr spannend", sagt Holger Müller, der mit Ehefrau Petra ins Landesmuseum gekommen ist. Zwei von rund 20 Besuchern, die sich zur Sonderführung „Hermann – von Amors Pfeil getroffen" in der LZ-Reihe „So liebt Lippe" angemeldet hatten. Die Museumsführerin Melanie Delker-Hornemann begleitete die Teilnehmer auf einem aufregenden und spannenden Streifzug durch die Geschichte der Liebe im Land des Hermann.

„Von romantischen Erlebnissen bis politisch motivierten Ehen bietet unsere Region in Herzensangelegenheiten alles", so Delker-Hornemann. Mit der Vernichtung von drei Legionen habe Hermann den Römern in der Varusschlacht eine ihrer verheerendsten Niederlagen beigebracht. „Ein gewiefter Krieger und schlauer Feldherr, so kennt man ihn. Doch über sein Liebesleben ist sehr wenig bekannt", erklärte Delker-Hornemann. Hermanns Herz habe für Thusnelda geschlagen. Sie war die Tochter des den Römern nahestehenden Cheruskerfürsten Segestes. „Gegen den Willen ihres Vaters heiratete das Paar. Dies verschärfte die Spannungen zwischen den Familien und führte zu gewaltsamen Auseinandersetzungen", erklärte Delker-Hornemann.

Fotostrecke: Sonderführung in Detmold: "Hermann - Von Amors Pfeil getroffen"

Denn die Ehe sei nach germanischem Recht nicht abgesichert gewesen. Weder gab es einen formellen Brautkauf noch den Austausch von Gaben und Gegengaben, ergänzte die Museumsführerin. Die Beziehung endete unglücklich, und Hermann habe seinen Sohn, den Thusnelda geboren hat, nie kennengelernt. „Die Führung war sehr interessant", sagte Besucherin Regina Wolff aus Horn-Bad Meinberg.

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