Lipper berichtet von Mallorca-Unwetter: "Es fing schlagartig an zu regnen"

Niklas Böhmer

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Ein Auto liegt nach einem schweren Unwetter umgedreht auf einer Straße. - © Clara Margais/dpa
Ein Auto liegt nach einem schweren Unwetter umgedreht auf einer Straße. (© Clara Margais/dpa)

Kreis Lippe/Palma. Ein heftiges Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen hat am Dienstagabend den Nordosten von Mallorca heimgesucht. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur sollen dabei mindestens neun Menschen umgekommen sein. Ein Lipper, der den verheerenden Wolkenbruch auf der Baleareninsel vor Ort miterlebt hat, ist Karsten Arning.

Die Regenkatastrophe hatte am Dienstagnachmittag mit wolkenbruchartigen Niederschlägen begonnen. Binnen weniger Stunden fielen mancherorts rund 230 Liter Regen pro Quadratmeter. Seit Sonntag weilt der Lemgoer Karsten Arning mit einem Bekannten auf Cala Rajada: "Bis 14.30 Uhr hatten wir noch einen ganz normalen Strandtag - bis es plötzlich schlagartig anfing zu regnen", schildert der 42-Jährige.

Sein Kumpel und er seien dann mit dem Taxi in die City gefahren. "Normalerweise dauert das etwa sechs Minuten. Zu dem Zeitpunkt haben wir dann eine halbe Stunde gebraucht", berichtet Karsten Arning. An jeder Stelle sei das Wasser "mindestens knöcheltief" gewesen. An der Promenade versuchten die beiden Freunde eine Gastronomie zu finden. Ein Unterfangen, das sich als nicht ganz so einfach erwies, da alle Lokalitäten mit den Wassermassen zu kämpfen hatten.

Am heftigsten erwischte es das Dorf "Sant Llorenc des Cardassar", das von einer Regen- und Schlammflut verwüstet wurde, nachdem sich Bäche in reißende Ströme verwandelt hatten. Die Wassermassen rissen in dem Ort, der rund 60 Kilometer östlich der Inselhauptstadt Palma liegt, Dutzende Autos mit. Einige Fahrzeuge sollen ins Meer gespült worden sein.

"Mittlerweile hat sich die Lage zumindest hier in Cala Rajada wieder völlig beruhigt", sagt Arning. Man hätte nicht das Gefühl, dass es hier am Dienstag noch ein Unwetter gab. Vorbereitet sei man auf diese Wassermassen jedenfalls nicht gewesen - auch wenn die beiden den Wetterbericht verfolgt hatten. "Es gab jedenfalls keinerlei Anzeichen dafür, dass hier irgendjemand vorbereitet war."

Auch in anderen Gemeinden im Nordosten der Insel kam es zu
Überschwemmungen. In mehreren Dörfern fielen Strom und Telefonnetz aus.

Schon am Donnerstag geht es für die beiden Freunde wieder zurück in die lippische Heimat. Für den letzten Urlaubstag wird noch einmal viel Sonne erwartet. Bleibt also noch etwas Zeit, sich von dem Unwetterschock zu erholen.

Mit Material der dpa

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