Stephanie Borgert: "Algorithmen liefern keine fehlerfreien Auswertungen"

Astrid Sewing

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Räumt mit alten Denkmustern auf: Stephanie Borgert hat im Hangar 21 für mehr Mut geworben, die 
Digitalisierung zu hinterfragen und eigene Wege zu gehen. - © Vera Gerstendorf-Welle
Räumt mit alten Denkmustern auf: Stephanie Borgert hat im Hangar 21 für mehr Mut geworben, die 
Digitalisierung zu hinterfragen und eigene Wege zu gehen. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Kreis Lippe. Wie entscheiden wir am liebsten? Wir greifen auf unseren Fundus an Erfahrungen zurück und machen es so, wie wir es immer gemacht haben. Damit minimiert sich das Risiko, aber die Kehrseite ist, dass sich auch nichts weiter entwickelt. Stephanie Borgert hat am Dienstagabend im Hangar 21 in der Reihe „Zukunftsperspektiven-Digitalisierung 4.0" den Denkfehler 4.0 vorgestellt: Maschinen werden selbstlernend jede Arbeit erledigen können.


Fotostrecke: Zukunftsperspektiven mit Stephanie Borgert

Mit Robotik und Digitalisierung kennt sich die Diplom Informatikerin aus, ebenso in den Führungsetagen, denn dort hat sie im Management Entscheidungen getroffen. Die Sorge, dass Roboter im Alltag sämtliche Aufgaben des Menschen erledigen werden, hat sie nicht. „Maschinen können sehen, aber nicht erkennen. Algorithmen liefern keine fehlerfreien Auswertungen", erklärte Borgert den rund 110 Besuchern.

Der Mensch sei keineswegs überflüssig, sondern müsse eine Entscheidung treffen, wie viel und was er sich abnehmen lassen wolle. „Es wird davon gesprochen, Roboter in der Pflege einzusetzen – da gibt es noch längst keine Modelle, die den Menschen einwandfrei ersetzen können. Der Mensch bleibt in der Verantwortung", erklärte die gebürtige Dortmunderin, die mittlerweile ein Beratungs- und Coaching-Unternehmen in Münster betreibt und mehrere Fachbücher geschrieben hat.

Sie warb dafür, Denkmuster zu durchbrechen, den Mut zu haben, auch mal nicht auf Experten zu hören. „Die haben viel Wissen, aber hinterfragen ihre Strukturen in der Regel nicht. Sie bleiben in ihren Kreisen, das führt dazu, dass sie so entscheiden, wie sie es immer getan haben", erklärte Borgert. Der bessere Ansatz sei, Prozesse zu hinterfragen und den Denkmustern ein Update zu verpassen.
Am Ende gab es von Besuchern positives Feedback für die Veranstaltung, die die LZ, Weidmüller, die Denkflügel Akademie, die Kulturfabrik, Beresa und Lippe Bildung auf die Beine gestellt hatten und die von LZ-Geschäftsführer Ralf Freitag anmoderiert wurde. „Teams, die sich lange kennen, machen alles mit Routine. Für Neues ist da nicht wirklich eine Bereitschaft spürbar", meinte auch Zuhörer Sven Berger. Damit aber gebe es keine weitere Entwicklung. „Wir werden den Denkmustern deshalb jetzt ein Update verpassen."

Information

Zukunftsperspektiven


Einen weiteren Vortrag im Hangar 21 gibt es am Dienstag, 26. Februar, ab 19 Uhr. Helmut Muthers übernimmt den Abschluss der Zukunftsperspektiven-Reihe zum Thema Digitalisierung. Sein Vortrag trägt den Titel „Tablets statt Tabletten". Er erklärt humorvoll, wie sich die „Digitalisierung 4.0" auf die Generation 50+ auswirkt. Karten für je 49,90 Euro gibt’s in allen LZ-Geschäftsstellen und unter Tel. 05231-911113.

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