IS-Anhängerin aus Detmold frei aus irakischer Haft

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Missionierende Salafisten rekrutieren ihre Anhänger auch in Deutschland. - © hristoph Schmidt/Picture Alliance/dpa
Missionierende Salafisten rekrutieren ihre Anhänger auch in Deutschland. (© hristoph Schmidt/Picture Alliance/dpa)

Karlsruhe (dpa). Eine von vier im Irak zu Haftstrafen verurteilten deutschen IS-Anhängerinnen ist wieder frei und zurück in Deutschland. Fatima M. sei am Montag in Frankfurt gelandet, berichtete der NDR. Die 31-Jährige habe den Flughafen nach einer Durchsuchung und erkennungsdienstlichen Behandlung verlassen dürfen.

Dem Bericht zufolge ermittelt der Generalbundesanwalt gegen die Frau, ein Haftbefehl liegt derzeit aber nicht vor. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich dazu am Dienstag auf Anfrage nicht.

Nach den NDR-Informationen war Fatima M. vor vier Jahren mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in den Irak gezogen, um sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Der Mann sei bei Gefechten gestorben, die Söhne gälten seit einem Luftangriff als vermisst. Ein Gericht in Bagdad habe sie zu einem Jahr Haft verurteilt, diese Strafe sei inzwischen verbüßt.

Fatima M., die laut NDR früher in Detmold lebte, war 2017 mit anderen deutschen Frauen von irakischen Sicherheitskräften gefangen genommen worden. Lamia K. aus Mannheim wurde wie ihre Tochter Nadia zu lebenslanger Haft verurteilt, die damals erst 17-jährige Linda W. aus dem sächsischen Pulsnitz zu sechs Jahren Gefängnis.

Der NDR zitiert den Anwalt von Fatima M., Gabor Subai. Demnach ermittelt der Generalbundesanwalt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und eines möglichen Kriegsverbrechens. Die Familie soll im IS-Gebiet völkerrechtswidrig in einem Haus gelebt haben, das Christen verlassen mussten. Fünf IS-Heimkehrerinnen hat die Bundesanwaltschaft bereits festnehmen lassen, sie sitzen in Untersuchungshaft. In zwei Fällen wurde Anklage erhoben.

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