Landeskirche spendet für Rettungsschiff

Marianne Schwarzer

  • 0
Die „Alan Kurdi" rettet seit Monaten Flüchtlinge im Auftrag der Organisation „Sea Eye". Die Lippische Landeskirche überweist 5000 Euro für dringend notwendige Wartungsarbeiten an dem Schiff. - © Fabian Heinz/Sea Eye
Die „Alan Kurdi" rettet seit Monaten Flüchtlinge im Auftrag der Organisation „Sea Eye". Die Lippische Landeskirche überweist 5000 Euro für dringend notwendige Wartungsarbeiten an dem Schiff. (© Fabian Heinz/Sea Eye)

Kreis Lippe. Das Sterben im Mittelmeer darf nicht weiter gehen. Davon sind auch die Verantwortlichen der Lippische Landeskirche überzeugt: Jetzt überweisen sie einen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro für Werftkosten. Das soll helfen, die notwendigen Arbeiten an der „Alan Kurdi" zu finanzieren. Die Besatzung des Schiffes rettet im Mittelmeer vor der libyschen Küste Flüchtlinge aus Seenot. An dem Rettungsschiff müssen in Spanien dringend notwendige Wartungsarbeiten durchgeführt werden, schreibt die Landeskirche in einer Pressemitteilung. Mindestens zwei Menschen aus Lippe haben in den letzten Monaten an Rettungsmissionen der Organisation „Sea-Eye" im Mittelmeer teilgenommen und in Lippe von ihren Erfahrungen berichtet.

Das Rettungsschiff „Alan Kurdi" sei eines der letzten Schiffe überhaupt, das Rettungsmissionen auf der Hauptfluchtroute im Mittelmeer vor der Libyschen Küste durchführe. Die europäische Mission „Sophia", an der auch die Bundesmarine beteiligt war, wurde wie berichtet ausgesetzt. Viele Frachtschiffe meiden das kritische Seegebiet, nachdem aufgenommene Flüchtlinge nicht in nahegelegenen Häfen von Bord gehen durften.

Dieter Bökemeier, Pfarrer für Flucht und Migration der Lippischen Landeskirche: „Alle zivilen Rettungsorganisationen wurden massiv behindert, Schiffe beschlagnahmt oder auf hoher See aufgefordert, gerettete Flüchtlinge an die libysche Küstenwache zu übergeben. Als Kirchen in Deutschland haben wir verschiedentlich diese skandalöse Praxis kritisiert und eine staatliche organisierte Seenotrettung gefordert, die die Geretteten in sichere europäische Häfen bringt." Allein 2018 seien nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) mehr als 2260 Menschen bei dem Versuch, mit Booten das europäische Festland zu erreichen, im Mittelmeer ertrunken.

In ihrem vorläufig letzten Einsatz im April dieses Jahres habe die „Alan Kurdi" 64 Menschen retten können, die aber erst nach längeren Verhandlungen das Schiff verlassen durften und auf vier EU-Länder verteilt werden. Das Rettungsschiff selbst musste sich auf eine längere Rückfahrt nach Spanien machen; eine Folgemission musste deshalb abgesagt werden.

„Jetzt wird sich eine Werftpause anschließen, in der mit erheblichen Kosten dringend notwendige Wartungsarbeiten durchgeführt werden", betont Dieter Bökemeier. Weiter: „Zur Finanzierung dieser Arbeiten werden dringend Spenden erbeten, damit die Alan Kurdi im Juni, der 2018 der tödlichste Monat vor der libyschen Küste war, wieder im Einsatz sein kann, um Menschenleben zu retten."

Nicht nur die Landeskirche setzt sich ein: Wie berichtet, veranstaltet eine Gruppe von Lippern seit dem vergangenen Sommer Flashmobs, um auf den massenhaften Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam zu machen. Erkennungszeichen der Aktivisten sind orangefarbene Westen.

Weitere Infos, auch über das Spendenkonto, finden sich auf der Internetseite unter www.sea-eye.de .

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!