Gemeinsam stark: Aktionswoche der Selbsthilfegruppen startet in Lippe

Marianne Schwarzer

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Jasmin Sasse, Stefanie Hoja, Marcel Connell, Manuela Ziemann, Silke Stegelmann und Maria Beineke-Koch engagieren sich teils hauptamtlich, teils im Ehrenamt für die Hilfe zur Selbsthilfe im Kreis Lippe. - © Bernhard Preuss
Jasmin Sasse, Stefanie Hoja, Marcel Connell, Manuela Ziemann, Silke Stegelmann und Maria Beineke-Koch engagieren sich teils hauptamtlich, teils im Ehrenamt für die Hilfe zur Selbsthilfe im Kreis Lippe. (© Bernhard Preuss)

Kreis Lippe. Der Slogan prägt sich ein: „Wir hilft". Unter diesem Motto steht die Aktionswoche des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, die jetzt in Lippe beginnt. Müsste es nicht eigentlich „Wir helfen" heißen? – Falsch, denn die Hilfe liegt in der Gemeinsamkeit. Im „Wir" eben. Jasmin Sasse, Silke Stegelmann und Stefanie Hoja halten als hauptamtliche Mitarbeiterinnen die Fäden in der Hand, helfen dabei, die Gruppen auf den Weg zu bringen. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe", dieser Punkt ist dem Trio besonders wichtig.

5000 Lipper in Selbsthilfegruppen

In Lippe haben sich etwa 5000 Menschen in insgesamt 180 Selbsthilfegruppen organisiert. Die Bandbreite ist groß: Menschen mit speziellen Erkrankungen, Eltern von Kindern mit Downsyndrom, Suchtkranke – sie alle haben über die Kontaktstelle Gleichgesinnte gefunden und treffen sich nun unabhängig und selbstorganisiert.

Dabei helfen auch ehrenamtliche „In-Gang-Setzer" wie Manuela Ziemann. Sie hat dafür eine spezielle Ausbildung absolviert. „Im Grunde sorge ich als Moderatorin dafür, dass überhaupt ein zweites Treffen stattfinden kann, ich begleite die ersten Schritte", erläutert sie. Später wird sie vielleicht auch der Gruppe helfen, sich ein eigenes Regelwerk zu geben: Vertraulichkeit und ähnliche Vereinbarungen sind dabei sehr wichtig. „Es geht darum, dass alle nicht einfach ablästern, sondern dass die Gespräche zukunftsorientiert sind." Doch das ist erst der zweite Schritt, sagt Jasmin Sasse. „Wer in eine Selbsthilfegruppe geht, hat erst mal Druck und ganz viel im Kopf. Sich über Regeln Gedanken zu machen, kommt später. Erst mal geht es darum, erstmal Entlastung zu bieten."

Entlastung ist für Maria Beineke-Koch ein wichtiges Stichwort. Sie moderiert eine Gruppe für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Und sie hat erlebt, wie gut es tut, einfach ein Ohr zu finden. „ Zu uns ist neulich eine Frau in die Gruppe gekommen, die sich eigentlich schon selbst im Gemeindepsychiatrischen Zentrum einweisen wollte. Aber nach der Gruppenstunde ging es ihr so viel besser, dass sie wieder nach Hause gefahren ist." Und dennoch: „Selbsthilfe ersetzt keine Therapie", betont Maria Beineke-Koch. Aber: „Hier kommt eine Menge Erfahrung zusammen, und das allein kann schon helfen", sagt Marcel Connell. Einig sind sich alle über eins: „Zu wissen, dass es anderen auch so geht, wenn man selbst verzweifelt ist, kann schon eine Menge Druck nehmen." „Wir hilft" eben.

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    Highlights

    Bereits ab Freitag läuft der zweitägige „SprichDichaus-Workshop" mit Rapper Daniel Schneider. Bogenschießen steht am Samstag, 18. Mai, auf dem Programm, ebenso das Thema Vergebung in einem Seminar mit Manuela Ziemann sowie die Lesung mit Tibi Katze. Meditativer Tanz steht am Mittwoch, 22. Mai an, und um Gelassenheit zur Stressbewältigung geht es tags darauf bei dem systemischen Coach Marcel Connell. Details und die übrigen Veranstaltungen gibt’s bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle unter 05231-561260 oder direkt im Internet.



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