LZ sucht Erinnerungen an Jugendherbergen

Seda Hagemann

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Essenfassen in der JH Plettenberg (spätestens 1958) - © Deutsches Jugendherbergswerk
Essenfassen in der JH Plettenberg (spätestens 1958) (© Deutsches Jugendherbergswerk)

Detmold. Stockbetten, Gemeinschaftsbad, Hagebuttentee zum Abendessen und ein tolles Gruppenerlebnis – viele Menschen teilen dieselben nostalgischen Erinnerungen an Jugendherbergen. 100 Jahre sind seit der Gründung des Hauptverbandes des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) vergangen. Der hehre Anspruch, „junge Menschen sollten, unabhängig von Herkunft und Geldbeutel, die Welt entdecken. Gemeinschaft erleben und dabei ihren Horizont erweitern" ist geblieben.

Dafür hat sich in den Jugendherbergen eine Menge gewandelt. Zum Jubiläum sucht das DJH, das seinen Sitz seit genau 70 Jahren in Detmold hat, nach Menschen, die Souvenirs und besondere Erinnerungen an eine Jugendherberge haben. Zusammen mit der LZ soll so ein multimedialer Beitrag für die geplante Jubiläums-Sonderausstellung „Werte. Wandel. Weltweit" im Lippischen Landesmuseum entstehen.

Musizierende-jugendliche-vor-jh-wewelsburg - © Deutsches Jugendherbergswerk
Musizierende-jugendliche-vor-jh-wewelsburg (© Deutsches Jugendherbergswerk)

Ab Ende August geht es dann zurück zu den Anfängen. Wie und warum sind Jugendherbergen überhaupt entstanden? Wie wurde der Idee des Gründervaters Richard Schirrmann in den späteren Jahrzehnten Rechnung getragen? Welche Funktion erfüllten sie während der Weltkriege? Nur so viel: Jugendherbergen haben während der rasanten Industrialisierung in Deutschland eine wichtige Aufgabe. Sie haben Kindern und Jugendlichen aus beengten städtischen Wohnverhältnissen einen Zugang zur Natur verschafft – eine Flucht aus zum Teil prekären Lebensumständen ermöglicht. Das Gemeinschaftsgefühl wurde gestärkt, Werte wie Toleranz und Heimat wurden den Jugendlichen vermittelt.

Durch die sozialen Werte und die Anpassung an die Lebensrealität der Menschen haben Jugendherbergen auch heute noch Bestand. Sie sind sogar wieder angesagt. Die Rückbesinnung aufs Einfache, die Verbundenheit zur Natur sind Werte, die heute wieder gefragt sind.

Detmold als Zentrale

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Deutsche Jugendherbergswerk am 30. Oktober 1949 wiedergegründet. Detmold setzte sich bei der Suche nach einem neuen Hauptsitz durch. Warum Detmold und nicht etwa Berlin, wie es in den Neunzigern diskutiert wurde? Auch dieser Frage geht die Ausstellung nach. Übrigens sind knapp 21.000 Lipper Mitglied im DJH. Der Ortsverband Detmold ist mit 5916 Mitgliedern der größte Ortsverband in Lippe und liegt damit auf Platz 10 deutschlandweit.

Dies und mehr sollen die Besucher der Sonderausstellung ab dem 31. August erfahren. "Ein Mitglied aus dem Westerwald hat von Tassen über Wimpel, Betten, Decken bis hin zu Fotoalben vieles aus den alten Zeiten der Jugendherbergen gesammelt. Sein Nachlass ist ein elementarer Bestandteil der Sonderausstellung. Aber damit nicht genug. Wirklich jeder kann Teil der Ausstellung "Werte. Wandel. Weltweit.” werden, sagt Projektkoordinator Gunnar Grüttner. Bis zum 5. Januar sollen die Exponate auf etwa 480 Quadratmetern im Landesmuseum zu sehen sein. "Wir suchen zusammen mit der LZ auch nach persönlichen Erinnerungen von Lippern an ihre Jugendherbergsaufenthalte. Fotos, Videoaufnahmen, Briefe, Gästebücher, Inventar oder besondere Anekdoten – wirklich alles ist willkommen.”

Die LZ wird bei ausreichend Material ein multimediales Exponat im Landesmuseum präsentieren. Mit dem Kooperationspartner, der Uni Paderborn, sind neben der historischen Aufarbeitung der eigenen Geschichte des Jugendherbergswerkes noch viele Mitmach-Angebote entstanden. Der Eintritt für DJH-Mitglieder ist frei. LZ-Leser zahlen mit der LZ-Karte übrigens nur 3,50 Euro statt 5 Euro Eintritt ins Landesmuseum.

Zunächst einmal sind Sie gefragt: Haben Sie Material, das Sie für die Sonderausstellung zur Verfügung stellen möchten? Dann schicken Sie uns alles bitte per Mail an hagebuttentee@lz.dehagebuttentee@lz.de

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