Martin Heubeck und Ulrich Stommel fördern Start-Ups

Ihr Fonds unterstützt Unternehmensgründungen im High-Tech-Bereich

Martin Hostert

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Martin Heubeck - © Bernhard Preuss
Martin Heubeck (© Bernhard Preuss)

Detmold. Er braucht nicht nur technisches Know-How – das bringt Dr. Martin Heubeck mit, er war elf Jahre in verschiedenen Führungspositionen bei der Robert- Bosch-Gruppe und von 2002 bis 2016 unter anderem verantwortlich für Finanzen, Controlling, Einkauf, Recht, Steuern und Risikomanagement bei Phoenix Contact.

Nein, der Volkswirt muss in seiner jetzigen Aufgabe auch Menschenkenntnis mitbringen. Seit einem guten Jahr ist der Detmolder Mitinhaber der „H&S Investment GmbH", und als solcher will er „die Märkte von morgen" mitgestalten.

Heubecks Unternehmen unterstützt Start-ups im High-Tech-Bereich mit Geldern aus einem Fonds, den er, sein Partner Ulrich Stommel sowie weitere stille Teilhaber aufgelegt haben. Noch beläuft er sich im einstelligen Millionenbereich. „Zweistellig ist unser Ziel", sagt Heubeck. Das Unternehmen setze darauf, innovative Ideen zu fördern. „Wir wollen helfen, Visionen umzusetzen. Dazu gehört hohes Risiko, aber wir erreichen hohe Renditen."

Es geht um Smart Cities, Internet of Things, Künstliche Intelligenz, Energie- und Klimathemen. Der 58-Jährige weiß, dass seine Geldgeber auch investieren, „weil sie am Puls der Zeit" bleiben – durch die Kontakte mit Tüftlern und innovativen Entwicklern. Nur etwa eine von 25 Ideen, mit denen sich Jungunternehmer vorstellen, überzeugt „H&S". Diese hat einen Mitarbeiter eingestellt, der Idee, Präsentation, Kalkulation etc. prüft, verwirft oder Nachbesserungen einfordert.

„Charge X" ist eine dieser Neugründungen. Ein Unternehmen, das „erschwingliche Lade-Infrastruktur" für E-Autos entwickelt hat. „Es ermöglicht dank einer innovativen Hardware-Lösung, ganze Flotten effizient zu laden." Das System kalkuliert Spitzenlastzeiten ein, der Ladepunkt erkennt den Strombedarf jedes Autos und merkt sich den Wagen. Die Idee hat überzeugt. „Sie können damit per Smartphone definieren, ob der Akku mit Priorität geladen werden soll", beschreibt Heubeck ein Plus für jeden E-Auto-Fahrer. „Es kann dann aber etwas teurer werden", fügt er schmunzelnd hinzu.

Ein zweites Projekt, das „H&S" mitfinanziert, ist „Microstream" – eine Softwarelösung für Java, die so schnell zu programmieren sei wie keine andere und es ermögliche, große Datenmengen in einer hochsicheren Umgebung ultraschnell abzuspeichern und zu durchsuchen. „Das spart bis zu 85 Prozent der Betriebszeit und damit Kosten." Das Geschäft laufe gut, sagt Heubeck, eine Expansion in die USA sei geplant.

Weiter auf Heubecks Referenzliste: Cybus – zusammen mit anderen beteiligte er sich an dem Anbieter industrieller Kommunikation („Industrie 4.0"). Das Start-up sorgt für den reibungslosen Austausch der Daten zwischen den Produktionsmaschinen, aber auch zwischen ihnen und der Büroebene. Hierbei habe Datensicherheit und Cloudunabhängigkeit höchste Priorität. Erst dadurch werde die Fabrik wirklich „smart".Akku-Ladestationen, Datenbanken, Internet in der Produktion – „H&S" ist auf ganz verschiedenen Feldern aktiv.

Was diese vereint: „Sie müssen immer gucken, wie die Gründerteams harmonieren. Den Rat, das Management auszutauschen, gebe „H&S" nicht, das sei eher die Kultur der amerikanischen Investmentfirmen. Heubeck: „Das Team ist manchmal wichtiger als die Idee oder das Produkt, denn da können Sie nachbessern oder umschwenken." Ohne Menschenkenntnis geht es also nicht.

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