Freitag, der 13.: (K)ein Tag wie jeder andere?

Karolina Schmidt

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- © Pixabay: Symbolbild
Baum in der Nacht - Grusel (© Pixabay: Symbolbild)

Kreis Lippe. Ein Glückstag für die Wirtschaft soll Freitag, der 13. sein. Das sagt Wirtschaftswissenschaftler Korbinian von Blanckenburg von der TH OWL. Doch an einen Glückstag ist für viele gar nicht zu denken. Das Datum löst bei einigen abergläubigen Menschen ein mulmiges Gefühl , bei manchen sogar Panik aus. Selbst einen medizinischen Fachbegriff gibt es dafür: „Paraskavedekatria-Phobie". Doch wo kommt diese Gleichung "Freitag + 13 = Unglück" her, und was hat ein Roman aus dem Jahr 1907 damit zu tun?

Unglückstag hat religiöse Hintergründe

In christlichen Kulturkreisen gilt sowohl der Freitag als auch die Zahl 13 als Unheilbringer. Adam und Eva sollen an einem Freitag vom verbotenen Apfel gegessen haben, Jesus wurde am Karfreitag gekreuzigt. In der Bibel werden 12 Apostel genannt, beim letzten Abendmahl saßen dagegen 13 Personen am Tisch - der 13. war der Verräter Judas. Die 13 übertritt zudem die heilige Zahl 12: Tag und Nacht haben jeweils 12 Stunden, und ebenso viele Monate hat das Jahr.

Ein Börsenmakler trägt Mitschuld

Doch muss der Blick gar nicht so weit in die Vergangenheit gerichtet werden, denn den Deckel draufgesetzt habe angeblich der Amerikaner Thomas W. Lawson: Der Börsenmakler veröffentlichte 1907 seinen Roman „Freitag, der 13.", in welchem ein Broker die Börse zum Einsturz bringen möchte. Das Buch wurde ein Beststeller und mehrfach verfilmt. Die religiöse Vorbelastung von „Freitag" und „13" sowie der Roman von Lawson sollen also der Grund für den schlechten Ruf sein. Das gilt aber nicht für jedes Land.

Andere Länder, andere Unglückstage

Nicht überall gilt Freitag, der 13. wie in Deutschland und Amerika als Unglückstag. In China ist die Zahl 13 sogar eine Glückszahl. Dort fürchten sich die Menschen eher vor der Zahl vier, denn ihre Aussprache ähnelt der von „Tod". In Italien gilt der Freitag nur als Pechbringer, wenn er auf den 17. des Monats fällt und am Dienstag, den 13. fürchten sich die Spanier, denn der heißt „Martes" und ist nach dem Kriegsgott Mars benannt – Freitag „Viernes" kommt von der Liebesgöttin Venus. Also kein Grund zur Sorge.

Folgen für die Wirtschaft?

Auf die Wirtschaft habe der unheimliche Freitag allerdings keine negativen Auswirkungen: "Selbst wenn in Deutschland an einem Freitag, dem 13., alle Menschen zuhause bleiben würden, nicht einkaufen oder mit Aktien handeln würden, hätte das in einer globalisierten Weltwirtschaft keinen durchschlagenden Effekt", wird Korbinian von Blanckenburg in einer Pressemitteilung zitiert. Das läge daran, dass eben nicht alle Länder Freitag, den 13. fürchten und dementsprechend vorsichtiger sind.

„Wirtschaftlich betrachtet ist Freitag, der 13. sogar ein Glückstag", heißt es weiter. Eine Studie der Universität Dublin zeige nämlich, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland an einem Freitag, den 13. statistisch betrachtet sogar höher sei, als an anderen Freitagen.

Der Grund: "Menschen lassen sich bei ökonomischen Entscheidungen durchaus von Gefühlen und Aberglauben beeinflussen. Manche Aktienhändler haben eine Glücks-Krawatte, andere nehmen auf dem Weg zur Arbeit immer dieselbe Straße. Seit den 80er Jahren hat der Computerhandel auf den Aktienmärkten aber derart an Bedeutung gewonnen, dass solche gefühlsgeleiteten Entscheidungen immer weniger geworden sind."

„Black Friday" 1929 eigentlich ein Donnerstag

Den Aktienmarkt am schlimmsten getroffen hat wahrscheinlich der berühmte „Black Friday". Er zerstörte im Jahr 1929 Milliardenvermögen und stürzte die Weltwirtschaft in eine Jahrzehnte andauernde Krise. Der Börsencrash in Amerika fiel aber nicht auf einen Freitag, den 13., sondern auf den 24. Oktober 1929 und war eigentlich ein Donnerstag: Weil es in Europa zu diesem Zeitpunkt schon nach Mitternacht war, ging der Kurssturz laut von Blanckeburg als „Schwarzer Freitag" in die Geschichtsbücher ein

Viele Theorien, viele Quellen und wenig Unglück. Um Freitag, den 13. ranken sich viele Geschichten, viele Studien und noch mehr Aberglaube. Fakt ist: Nach jedem Freitag, den 13. folgt auch ein Samstag, der 14. und der Spuk hat, zumindest bis zum nächsten Treffer, ein Ende.

Information
Das Datum Freitag, der 13. wird auch gerne als Szenario für Horrofilme genutzt. Und eigentlich ist es auch der perfekte Termin für einen gemütlichen Gruselabend im Kino oder vor dem Fernseher. Filmtipps aus der Redaktion dazu gibt's hier.

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