Auf dem Weg in die Zukunft benötigt es ein neues Menschenbild

Marianne Schwarzer

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Frank Eilers führt seine lippischen Zuhörer durch die Arbeitswelt der Zukunft. - © Marianne Schwarzer
Frank Eilers führt seine lippischen Zuhörer durch die Arbeitswelt der Zukunft. (© Marianne Schwarzer)

Kreis Lippe. Es werden immer mehr I-Phones verkauft, dafür immer weniger Kaugummis. Woran das liegt? – Das ist eine von vielen spannenden Fragen, mit denen Frank Eilers gestern seine Zuhörer im neuen Weidmüller CTC-Gebäude mit auf den gedanklichen Weg in die Zukunft genommen hat. Damit machte der 32-jährige den Anfang für die neue Auflage der Zukunftsperspektiven.

Information

Zukunftsperspektiven

Die nächsten Termine in der Reihe;
12.11.2019, 19 Uhr
Simone Ashoff „Immer-Weiter-Bildung 4.0"
Veranstaltungsort: Hangar 21, Detmold
28.01.2020, 19 Uhr
Carsten Roth „Miteinander besser werden"
Veranstaltungsort: Hangar 21, Detmold
18.02.2020, 19 Uhr
Dr. Mario Herger „Durchstarten statt ausbremsen"
Veranstaltungsort: Hangar 21, Detmold

Alle Infos unter: LZ.de/zukunftsperspektiven

Erstmals hat die Veranstaltungsreihe, die von der LZ, der Akademie Denkflügel, Weidmüller und dem Gewerbe- und Innovationszentrum Lippe-Detmold präsentiert wird, ihren gewohnten Ort im Hangar verlassen und die Gastfreundschaft im neuen CTC-Gebäude von Weidmüller an der Klingenbergstraße genossen – ein Konzept, das offensichtlich gut ankam. Schließlich konnten sich die Gäste zunächst einmal durch das moderne Gebäude führen und mit diversen Innovationen vertraut machen lassen.

Praxisnah Zusammenhänge erklären

Und dann hatte der Mann das Wort, der von sich selbst sagt: „Ich stehe auf der Bühne und rede über die Zukunft der Arbeitswelt und berichte von aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft." Keynote Speaker heißt das dann auf neudeutsch. Und bedeutet: Den Zuhörern komplizierte Zusammenhänge eingängig und sehr praxisnah nahezubringen und sie dabei auch noch einzubeziehen.

Erklärungsversuche für den erwähnten sinkenden Konsum von Kaugummis angesichts steigenden Smartphoneverkaufs: „Wer sich auf Facebookunterhält, muss nicht auf den Mundgeruch achten", war ein Erklärungsversuch ausdem Publikum. Die tatsächliche Erklärung: Wer mit der Nase im Smartphone steckt, achtet an der Kasse weniger auf die Süßigkeitenangebote.

Will sagen: Unser Verhalten verändert sich mit den Dingen um uns herum, und Kommunikation verändert sich, auch in der Arbeitswelt.E-Mails sind out, slack, eine Art Whatsapp für Unternehmen, gewinnt an Bedeutung, weil immer deutlicher wird:E-Mails zu lesen, nur weil man im Verteiler ist, „hat nichts mit Arbeit oder Wertschöpfung zu tun", sagt der gebürtige Ostfriese.

An den Arbeitswillen glauben

Die digitale Welt prägt uns, Roboter übernehmen an bestimmten Stellen Routinearbeiten und schaffen mehr Raum für Kreativität. Homeoffice wird immer beliebter, Schwarmintelligenz gewinnt an Bedeutung. Ob die Transformation klappt, hat viel mit der Haltung von Arbeitgebern zu tun. „Wer glaubt, seine Mitarbeiter sind per se faul undlehnen Arbeit ab, reagiert mit strengen Kontrollen, was wiederum ein passives Arbeitsverhalten zur Folge hat", erläutert der Experte. Wer dann noch auf Eigeninitiative hoffe, warte vergebens. Wer aber an den Arbeitswillen der Mitarbeiter glaubt, ihnen Handlungsspielraum und Selbstkontrolle gibt, erreicht mehr Engagement und am Ende bessere Ergebnisse, ist Eilers überzeugt. „Wir brauchen ein neues Menschenbild",lautet seine Botschaft.

Ein Credo, das immer mehr in der Geschäftswelt gelebt wird, wenn auch nicht in allen Bereichen, erklärten auch Dr. Eberhard Niggemann von der Weidmüller Akademie und Volker Sim vom Logistikunternehmen Skyline Express in der kleinen Podiumsdiskussion, durch die gegen Ende LZ-Geschäftsführer Ralf Freitag führte.

„Mir ist egal, wie Du den Kunden zufrieden stellst, Hauptsache Du schaffst es" – Unternehmenschef Sim traut seinen Leuten was zu. „Führungskräfte müssen Verantwortung abgeben, aber so einProzess dauert", ergänzt Dr. Eberhard Niggemann.


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