Messerattacke auf Halbbruder: 15-Jährige hinterlässt Blutnachricht an Wand

Erol Kamisli

Sicht- und Zutrittssperren vor dem Mehrfamilienhaus, in dem eine 15-Jährige ihren dreijährigen Halbbruder  mit einem Messer getötet haben soll. - © picture alliance/dpa
Sicht- und Zutrittssperren vor dem Mehrfamilienhaus, in dem eine 15-Jährige ihren dreijährigen Halbbruder  mit einem Messer getötet haben soll. (© picture alliance/dpa)

Detmold. Immer mehr Details zum mutmaßlichen Mordfall – eine 15-Jährige soll ihren dreijährigen Bruder aus Eifersucht mit 28 Messerstichen ermordet haben – werden bekannt. Nach LZ-Informationen soll es eine Botschaft des Mädchens gegeben haben, die sie mit dem Blut des getöteten Bruders an eine Zimmerwand geschmiert haben soll – zum Inhalt wurde nichts bekannt.  

Auf Anfrage wollten dies Oberstaatsanwalt Christopher Imig und Verteidiger Helmut Wöhler nicht kommentieren. Die 46-jährige Mutter des Mädchens, die 2013 nach Deutschland kam und als Reinigungskraft arbeitete, war während der Tatzeit am vergangen Mittwoch an ihrem Arbeitsplatz. Als sie zurückgekehrt sei, habe sie den Leichnam des Jungen im Bett gefunden, so Imig.

Das Mädchen sei vor der Rückkehr ihrer Mutter in Richtung Lemgo geflohen. „Wir gehen davon aus, dass sie die Nacht im Freien verbracht hat", sagt Imig. Die Strecke soll sie auch auf unbefestigten Wegen zu Fuß zurückgelegt haben. Zu weiteren Details - etwa zur Frage, wo sie hinwollte - mache man aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben. Außerdem wiege der Persönlichkeitsschutz einer 15-Jährigen besonders hoch.

„Es sei eine Tragödie", erklärt Verteidiger Wöhler. Er könne nur sagen, dass seine Mandantin wegen Mordverdachts in einer Jugendabteilung der JVA-Iserlohn untergebracht sei. Dort werde sie psychiatrisch betreut, um ihre Schuldfähigkeit zu prüfen: „Dies erklärt vieles."

Schuldfähigkeit der Teenagerin wird geprüft

Nach Angaben der Ermittler hält sich die 15-Jährige auch selbst für die Täterin, beruft sich aber zugleich auf Erinnerungslücken. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte das Mädchen eine tiefe Abneigung gegen den Halbbruder entwickelt. In den nächsten Tage werde ein psychiatrischer Gutachter beauftragt, der prüfen soll, ob das Mädchen schuldfähig sei, kündigte Imig an.

Mit Material der dpa

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