Süß, süßer, Frühstück - AOK Lippe warnt vor gängigen Frühstückscerealien

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Viele Kinder nehmen zum Frühstück wahre Zuckerbomben zu sich.  - © AOK/hfr
Viele Kinder nehmen zum Frühstück wahre Zuckerbomben zu sich.  (© AOK/hfr)

Kreis Lippe. Frühstückscerealien sind laut einer Studie der Krankenkasse AOK vor allem eines: überzuckert. Besonders Kinderprodukte seien betroffen. Bei den speziell an die Jüngsten gerichteten Müslis, Cornflakes & Co. überschreiten laut Pressemitteilung 99 Prozent der Produkte beim Zuckergehalt die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

„Wir setzen uns für wirksamere und verpflichtende Reduktionsziele ein, um den viel zu hohen Zuckerkonsum in der Bevölkerung und insbesondere bei den Kindern im Kreis Lippe zu senken", sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Der von der WHO empfohlene Richtwert liegt bei 15 Gramm Zucker pro 100 Gramm Cerealien oder Müsli. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die die AOK in Auftrag gegeben hat. Die Studie zeigt auch, dass überzuckerte Kindercerealien 39 Prozent der insgesamt von Familien gekauften Frühstückscerealien ausmachen – diese Menge ist damit doppelt so hoch wie bei Haushalten ohne Kinder.

Adipositas und Zahnprobleme

 Alarmierende AOK-Studie: Bei den speziell an Kinder gerichteten Müslis, Cornflakes und Co. überschreiten 99 Prozent beim Zuckergehalt die Empfehlung der (WHO). - © AOK/hfr
 Alarmierende AOK-Studie: Bei den speziell an Kinder gerichteten Müslis, Cornflakes und Co. überschreiten 99 Prozent beim Zuckergehalt die Empfehlung der (WHO). (© AOK/hfr)

Angesichts des erschreckend hohen Zuckergehaltes in Frühstückscerealien für Kinder sieht Wehmhöner raschen Handlungsbedarf: „Wir müssen den Zuckergehalt in Cerealien, Fertigprodukten und Softdrinks dringend reduzieren, um die jüngere Generation vor Adipositas und anderen ernährungsbedingten Krankheiten zu schützen." Das Ziel solle sein, dass die Geschmackspräferenz „süß" sich nicht an Zucker oder Zucker-ersatzstoffen festmache. Durch eine kontinuierliche Reduktion des Zuckergehalts werde sich auch das Geschmacksempfinden auf „weniger süß" umstellen.

„Was wir brauchen, sind wirksamere und vor allem entsprechend der WHO-Empfehlung verpflichtende Reduktionsziele wie die schrittweise Reduzierung auf 15 Gramm Zucker pro 100 Gramm Nahrungsmittel – und das nicht nur für Kinder", so Wehmhöner.

Da Übergewicht ein entscheidender Risikofaktor für Diabetes, Bluthochdruck und Kreislauferkrankungen ist, spielt die Verringerung des hohen Zuckerkonsums eine maßgebliche Rolle. Neben einer verbindlichen Reduktionsstrategie müsse es auch ein konkretes Verbot von Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel geben, damit Familien ungesunden Produkten künftig widerstehen können und sich nicht von Comicfiguren oder anderen Goodies in den Verpackungen sowie im TV und Internet zum Kauf verleiten lassen, so Wehmhöner.

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