Dank Corona? Straftaten in Lippe gehen um 25 Prozent zurück

Janet König

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Trotz Lockdown hat es nach Angaben der Polizei in Lippe von März bis Juni genauso viele Einbrüche wie im vergangenen Jahr gegeben. Dafür sind andere Delikte zurückgegangen. - © Janet König
Trotz Lockdown hat es nach Angaben der Polizei in Lippe von März bis Juni genauso viele Einbrüche wie im vergangenen Jahr gegeben. Dafür sind andere Delikte zurückgegangen. (© Janet König)

Kreis Lippe. Wer hätte das gedacht? Es gibt tatsächlich gute Nachrichten, die mit der Coronavirus-Pandemie zumindest zeitlich betrachtet zusammenhängen könnten. Denn diese sonderbaren Zeiten scheinen keine Blütezeit für Straftäter zu sein.

Das Land NRW hat von März bis Juni einen Rückgang der Kriminalität um 23 Prozent festgestellt. Der Kreis Lippe ist sogar im direkten Vergleich noch besser aufgestellt. Hier hat die Polizei im Gegensatz zum Vorjahr 25 Prozent weniger Straftaten erfasst.

Nach Angaben von Polizeisprecher Lars Ridderbusch sind von März bis Juni dieses Jahres insgesamt 3.873 Straftaten gemeldet worden. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 zählte die lippische Polizei in diesem Zeitraum bereits 5.178 Delikte - darunter Einbrüche, Taschendiebstähle und Raubdelikte.

"Der Rückgang ist gewaltig, aber ob er tatsächlich die Realität abbildet oder mit einem veränderten Anzeigeverhalten zusammenhängt, können wir noch nicht mit Sicherheit sagen", sagt Ridderbusch. Spannend sei, dass die Anzahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Vorjahr trotz Lockdown und Homeoffice gleich geblieben ist.

Einen Rückgang von stolzen 60 Prozent gab es dagegen im Bereich der Raubdelikte. "Allerdings sind die Zahlen hier auf einem äußerst niedrigen Niveau", sagt Ridderbusch. Statt 37 Einsätzen sei es dieses Jahr von März bis Juni nur zu 16 Raubüberfällen in Lippe gekommen - darunter ist auch der bewaffnete Überfall auf einen Kurier der Volksbank in Bösingfeld.

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