Bund und Land bieten Waldbauern Hilfe an

Mattlen Küllmer(LZ)

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Die Schäden sind unübersehbar, das zeigt der Blick auf den Hettberg nördlich von Barntrup-Alverdissen nach der Fällung geschädigter Fichten. - © Landesverband Lippe
Die Schäden sind unübersehbar, das zeigt der Blick auf den Hettberg nördlich von Barntrup-Alverdissen nach der Fällung geschädigter Fichten. (© Landesverband Lippe)

Barntrup-Alverdissen. Die Sorge um den Wald bleibt, auch im Kreis Lippe. Der Hettberg nördlich von Alverdissen steht symbolisch für viele Nadelwälder in Lippe: Tote, rotbraune Fichten wechseln sich ab mit bereits geräumten Kahlflächen. Er bot nun die Kulisse für einen fachlichen Austausch mit Vertretern der NRW-Landesregierung zum Thema „Zukunft der Forstwirtschaft". Das Fazit: Bund und Land versuchen, Waldbauern zu unterstützen, aber die Probleme sind vielfältig.

Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, und Dr. Christoph Leifer, stellvertretender Leiter der Abteilung Forsten, Naturschutz, sowie der Bundeswaldbeauftragte Cajus Caesar tauschten sich vor Ort mit privaten und öffentlichen Waldbesitzern über aktuelle Erfahrungen aus.

Wie der Landesverband Lippe in einer Pressemitteilung berichtet, wurde der Termin organisiert durch einen Barntruper Bürgermeisterkandidaten: Borris Ortmeier hatte sich erfolgreich bemüht, verschiedene Vertreter des Waldbauernverbands (Bezirksgruppe Lippe) unter Leitung seiner Vorsitzenden Beatrix Boekstegers sowie die Vertreter des Landesverbandes Lippe einzubinden. Dr. Bottermann, Dr. Leifer und Caesar erläuterten, welche Unterstützung für die Bewältigung der aktuellen Schadsituation und die Wiederbewaldung im Angebot ist. „Das Land Nordrhein-Westfalen stellt zur Ergänzung der bestehenden Förderangebote zusätzliche Sondermittel in Höhe von 28 Millionen Euro für den Wald und die Holzwirtschaft bereit", berichtete der Staatssekretär. Das Geld solle bei der Überwindung der dramatischen Borkenkäfer-Schäden und der Auswirkungen der Corona-Pandemie helfen und zur Entwicklung vielfältiger und klimastabiler Mischwälder beitragen.

Auch Bund sagt zusätzliche Mittel zu

Insgesamt stünden damit in diesem Jahr rund 57,5 Millionen Euro zur Unterstützung der Forst- und Holzwirtschaft in NRW bereit. Auch der Bund habe im Rahmen seiner aktuellen Hilfen zur Bewältigung der Corona-Pandemie zusätzliche Mittel für Wald, Forst- und Holzwirtschaft zugesagt. Die Runde nahm die Hinweise zu den Förderangeboten und zur Bedeutung eines einfachen und schnellen Antragsverfahrens aufgeschlossen zur Kenntnis, schreibt der Landesverband. „Das Angebot, bei konkreten Fragestellungen bei der Antragstellung die Unterstützung des Landes in Anspruch zu nehmen, nahmen die Waldbesitzer mit Dank an", heißt es in der Pressemitteilung.

Auch Detailfragen seien diskutiert worden: So hinterfragten die Privatwaldbesitzer Anzahl und Auswahl der Baumarten bei geförderten Vorhaben und wiesen auf wirtschaftliche Probleme hin. Ebenso wiesen die Waldbesitzer auf Probleme beim Absatz des Schadholzes hin. Dr. Bottermann erläuterte dazu, dass die NRW-Landesregierung sich auch für die Nutzung von Holz im Bau stark mache, um weitere Absatzmärkte zu erschließen. Cajus Caesar warb zudem dafür, dass Waldbesitzer auch potenzielle Sponsoren zur Unterstützung ihrer Arbeit ansprechen.

Der Landesverband Lippe machte auf Engpässe bei Forstpflanzen aufmerksam: Weil Waldbesitzer in ganz Deutschland aufforsten müssen, sei die Nachfrage sehr hoch.

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