Gelber Schein ab Montag per Telefon

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Angesichts steigender Corona-Zahlen können sich Menschen mit Erkältungsbeschwerden ab Montag wieder per Telefon krankschreiben lassen. - © dpa
Angesichts steigender Corona-Zahlen können sich Menschen mit Erkältungsbeschwerden ab Montag wieder per Telefon krankschreiben lassen. (© dpa)

Kreis Lippe. Angesichts steigender Corona-Zahlen können sich Menschen mit Erkältungsbeschwerden ab Montag wieder per Telefon krankschreiben lassen – zunächst für bis zu sieben Tage. Die Krankenkasse DAK findet das richtig. Sie zieht die Statistik heran. Demnach gab es von März bis Ende Mai 16 Prozent mehr Fehlzeiten wegen Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr, aber das liege immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018.

„Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind", sagt Frank Kuhlemann, Leiter der DAK im Kreis Lippe. Man müsse nicht nur bei Covid-19, sondern bei vielen Erkrankungen generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. „Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein wichtiger Fortschritt."

Fehlzeiten wegen Depressionen stiegen an

Der Krankenstand im Kreis Lippe sei mit Beginn der Corona-Pandemie gesunken. Er war laut DAK im ersten Halbjahr um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahreszeitraum. Mit 3,9 Prozent gab es in der Region einen deutlich niedrigeren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,2 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des ersten Halbjahres von 1000 Arbeitnehmern 39 krankgeschrieben. Der Krankenstand im gesamten abgelaufenen Jahr 2019 betrug im Kreis Lippe ebenfalls 3,9 Prozent.

Anzahl und Dauer der Krankschreibungen habe sich während der Corona-Krise in den ersten sechs Monaten verändert. Die Lipper litten an Muskel-Skelett-Erkrankungen, was mit 143 Tagen je 100 Versicherte den Spitzenplatz einnehme. Die Fehlzeiten bei den psychischen Erkrankungen – etwa Depressionen und Angstzustände – stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 26,5 Prozent auf 129 Tage.

Weitere Informationen gibt es online unter www.dak.de/digitalesBGM .

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