Mitmach-Roman Teil 2: Ohnmächtig oder tot? Eine junge Frau gibt Rätsel auf

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Wird aus dem Thriller ein Liebesroman? Spielen Außerirdische eine Rolle? Schicken Sie uns Ihren Fortsetzungsvorschlag. - © Mysticsartdesign/Pixabay
Wird aus dem Thriller ein Liebesroman? Spielen Außerirdische eine Rolle? Schicken Sie uns Ihren Fortsetzungsvorschlag. (© Mysticsartdesign/Pixabay)

Beim „Lippe Kreativ"-Fortsetzungsroman ist ab sofort die Fantasie der Leserinnen und Leser gefragt. Denn wie es weitergeht, entscheiden allein Sie: Wird aus dem Thriller ein Liebesroman? Spielen Außerirdische eine Rolle? Wichtig sind nur zwei Dinge: Ihr Text sollte ein Ende haben, an den die nächsten Autoren anknüpfen können. Und er muss exakt 4000 Zeichen inklusive Leerzeichen umfassen.

Der beste Fortsetzungsvorschlag, der uns bis zum 16. Dezember an lippekreativ@lz.de gemailt oder per Post geschickt wird, wird samstags in der LZ abgedruckt - und online erscheinen. Viel Spaß beim Lesen und Schreiben! Den ersten Teil verpasst? Hier klicken zum Nachlesen.

Teil 2: Ohnmächtig oder tot? Eine junge Frau gibt Rätsel auf

von Daniela Salzmann-Bobe aus Blomberg

Daniela Salzmann-Bobe aus Blomberg - © Privat
Daniela Salzmann-Bobe aus Blomberg (© Privat)

Ihre Hände zitterten und sie atmete ein paar Mal tief durch, um die Schwärze vor ihren Augen zu vertreiben. Doch da bot sich ihr wieder dieses Bild mit den toten Vögeln. Es war ekelig und es war absolut rätselhaft. Sie hatte in ihrem Job als Tierärztin schon manches gesehen, aber das hier übertraf alles.

Angela öffnete die Beifahrertür und zog ihre Handtasche vom Sitz. Sie griff zum Handy, öffnete ihre Kontakte und suchte nach der Nummer von Helfried. Doch dann zögerte sie plötzlich einen Moment, ließ das Handy sinken und überlegte kurz. Und wählte die Nummer von Jake. Während sie darauf wartete, dass Jake endlich an sein Handy ging, sah sie, dass ein roter Sportwagen neben ihrem SUV hielt. Die Tür ging auf und laute Hip-Hop-Musik schallte über die Straße. Ein junger Mann stieg aus und eilte auf Angela zu.

Obwohl es noch früh am Morgen war, brannte die Sonne schon auf seiner Haut, als er die Tür seines Cafés an den Externsteinen aufschloss. Ein Blick in den strahlend blauen Himmel sagte ihm, dass es ein turbulenter Tag hätte werden können – wäre da nicht dieses Erdbeben in der Nacht gewesen. Auf dem Weg zum Café hatte er in Horn dutzende Häuser mit zersprungenen Fensterscheiben gesehen. Auf der Fahrbahn lagen unzählige tote Vögel, die der morgendliche Verkehr zu einem blutigen Brei verunstaltet hatte.

Jake sah sich um. Er hatte wohl großes Glück gehabt, außer einer großen Panoramascheibe, die zerbrochen war, schien das Haus keinen Schaden genommen zu haben. Jake stieg über die Scherben und schloss die Tür zur Terrasse auf. Er schaute auf seine Uhr und sah, dass noch genug Zeit blieb, um alles vorzubereiten, damit Gäste zumindest auf der Terrasse bewirtet werden konnten.

Jake schlenderte über die Holzterrasse, um die hintere Tür aufzuschließen. Sein Blick glitt über die Sofas und Tische. Auf mehreren Tischen lagen tote Vögel, auf einem der Sofas saß eine graue Katze und fraß die Reste einer Amsel. Er würde noch gründlich sauber machen müssen. Unter einem Sonnensegel blieb er stehen.

Vor einem der Sofas war am Vortag wohl ein Rucksack vergessen worden. Jake ging hinüber, um den Rucksack mit in das Café zu nehmen, als er merkte, dass auf dem Sofa jemand schlief. Er runzelte die Stirn und stemmte die Arme in die Seiten. Es passierte manchmal, dass nachts jemand über den Zaun stieg und auf einem der Sofas seinen Rausch ausschlief.

Meistens war es mit einem hitzigen Gespräch verbunden, bis der ungebetene Gast das Café verließ, bevor der Betrieb losging.

Jake stockte. Die Person auf dem Sofa war eine junge Frau. Sie lag auf dem Rücken, die langen, blonden Haare umspielten vom Wind zerzaust ihr Gesicht. Das kurze, geblümte Kleid war zerknittert und lange, braun gebrannte Beine lugten darunter hervor. Das Kleid hatte schon bessere Tage gesehen. Es erinnerte an den Hippie-Style der 60er Jahre. Am Ausschnitt fehlte ein Knopf, die Borte am unteren Ende löste sich an mehreren Stellen.

Jake stutzte. Das heruntergekommene Kleid passte überhaupt nicht zum Gesamtbild. Die Frau war stark geschminkt und trug schwarze Lack-High-Heels. Jakes Blick wanderte zum Rucksack. Nicht modern, eher praktisch, war er voll bepackt. Eine Jeansjacke klemmte unter einem Gurt, eine Basecap mit der Aufschrift „Zemtex – Zement und Betonwerke" lugte aus dem Seitenfach.

Kurz war Jake versucht, den Rucksack zu öffnen, doch dann zucke er zurück. Er würde die Frau wecken müssen, bevor sein Café öffnete. Jake schüttelte die Frau leicht an der Schulter, aber sie reagierte nicht. Als er etwas fester schüttelte, rutsche ihr rechter Arm vom Sofa und hing schlapp herunter. Irritiert blickte er die Frau an. Da, wo vorher der Arm gelegen hatte, sah er nun einen blutigen Fleck. Jake taumelte rückwärts auf eines der Sofas, bevor er sein Handy aus der Hosentasche zog und mit zitternden Fingern die Nummer der Polizei eintippte.

In diesem Moment leuchtete das Display auf und das Bild von Angela erschien. Sein Herz setzte einen Moment aus. Angela rief ihn nie am Morgen an. Was war passiert?

Information

Der Autor

LZ-Redakteur Sven Koch ist für Lokales in Detmold und für den Kulturteil zuständig. Als Autor schreibt er außerdem Thriller und Krimis für Droemer-Knaur und den Fischer-Verlag. Seine unter dem Pseudonym Pierre Lagrange erscheinenden Provence-Krimis sind SPIEGEL-Bestseller. Für den Anfang unseres Fortsetzungsromans hat es der Profi natürlich nicht an Dramatik im Lipperland fehlen lassen.

Werden Sie der Autor des dritten Teils? Schicken Sie Ihren Vorschlag per Mail an lippekreativ@lz.de

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