Paket-Info per Fake-SMS: Sofort löschen!

Yvonne Glandien

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SMS mit Links aus nicht vertrauenswürdigen Quellen werden verschickt, um potenzielle Opfer dazu zu bringen, sich selbst einen Trojaner zu installieren. - © Yvonne Glandien
SMS mit Links aus nicht vertrauenswürdigen Quellen werden verschickt, um potenzielle Opfer dazu zu bringen, sich selbst einen Trojaner zu installieren. (© Yvonne Glandien)

Berlin/Kreis Lippe. "Ihr Paket steht noch aus. Bitte bestätigen Sie Ihre Angaben hier" - dann folgt in der SMS ein Link. Den sollten Sie keinesfalls anklicken, sondern die SMS sofort löschen.

Denn solche oder ähnliche Fake-SMS werden aktuell vermehrt versendet. Sie stammen nicht wie behauptet etwa von DHL oder der Deutschen Post, sondern von Betrügern. DHL warnt vor den SMS und bekräftigt, selbst grundsätzlich keine Daten per SMS anzufordern oder per SMS über den Sendungsstatus zu informieren. Davor warnt die Polizei bundesweit.

Mit dieser Betrugsmasche nutzen die Täter den Online-Shopping-Boom aus - schließlich warten viele Personen derzeit tatsächlich auf ein Paket, sodass sie leichter auf die Masche reinfallen und den Link anklicken, heißt es etwa von der Polizei Bielefeld, die für solche Fälle Empfehlungen ausspricht:

  • den Link nicht anklicken
  • falls der Link angeklickt wurde, Mobiltelefon sofort in den
  • Flugmodus schalten
  • Mobilfunkanbieter informieren
  • Drittanbietersperre einrichten

Wer klickt, riskiert sich eine Schadsoftware aufs Smartphone zu laden. Davor warnt auch die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). Zudem sollte man nie Apps installieren, wenn das Handy in solchen Fällen danach fragt.

Kürzlich wurden erneut Telefonnummern und E-Mail-Adressen von hunderten Millionen Facebook-Nutzern in einem Hacker-Forum entdeckt. Die gestiegene Zahl von betrügerischen SMS in der vergangenen Zeit könnte mit dem Datenleck bei Facebook in Verbindung stehen, so Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wichtig sei sich typische Merkmale von Spam-Mails oder -SMS vor Augen zu führen: Etwa Rechtschreibfehler oder kryptische Absender- oder Linkadressen, die aber angeblich von renommierten Firmen stammen sollen.

"Beim ersten Mal habe ich draufgeklickt"

Nach dem LZ-Bericht über vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter, die per Anruf versuchen, Zugriff auf Computerdaten zu bekommen, hatten sich etliche Lipper gemeldet. die von ähnlichen Maschen berichten. Darunter auch einige, die bereits Erfahrung mit solche "Phishing"-SMS gesammelt haben. Darunter ein Bad Salzufler. Neuerdings bekäme er SMS, die behaupten, ein bestelltes Paket befände sich in Zustellung und man solle auf einen Link klicken, um zu sehen, wann es ankommt.

„Ich muss gestehen, beim ersten Mal habe ich auf draufgeklickt", erzählt der Salzufler. Gelandet sei er dann auf einer Website, die aussah, als gehöre sie zum amerikanischen Logistiker „FedEx". „Dann wurde ich aufgefordert, eine App herunterzuladen, um meine Infos zu bekommen." Das habe er selbstverständlich nicht getan, alleine schon, weil sein Handy ihm direkt eine Warnung angezeigt hat. Ähnliche Erfahrungen hat ein anderer Leser gemacht, der sagt, ihm sei erst Wochen später aufgefallen, dass unerklärliche kleinere Beträge auf seiner Handyrechnung auftauchten. Er vermutet einen Zusammenhang.

Die Masche ist auch der Polizei Lippe bereits bekannt. „Was genau dahintersteckt, wissen wir nicht", sagt Polizeisprecher Lars Ridderbusch. Er empfiehlt, solchen Nachrichten generell nicht zu vertrauen. Sollte man doch auf so einen Link geklickt haben, „am besten direkt zu einem Experten gehen". Schließlich sei es gut möglich, dass eine schädliche Software – ein sogenannter Trojaner-Virus – heimlich auf dem Handy installiert wird.

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