Lippische Gastronomen fordern schnellstmögliche Öffnung

Martin Hostert

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Ein Jahr ist es her, dass lippische Gastronomen in Detmold auf dem Marktplatz mit einer Mahnwache auf die Situation für die Betriebe in der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht haben. - © Archivfoto: Yvonne Glandien
Ein Jahr ist es her, dass lippische Gastronomen in Detmold auf dem Marktplatz mit einer Mahnwache auf die Situation für die Betriebe in der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht haben. (© Archivfoto: Yvonne Glandien)

Kreis Lippe. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Lippe hofft sehr, dass Betriebe in NRW-Kommunen mit Inzidenzzahlen unter 100 bald wieder öffnen dürfen. Der Dehoga Lippe fordert allerdings grundsätzlich, Gaststätten und Restaurants für alle Geimpften, Genesenen und negativ Getesteten unabhängig von Inzidenzwerten zu öffnen.

„Für unsere Betriebe und Gäste wäre das ein Moment zum Aufatmen. Wir denken aber an die große Mehrheit der Betriebe, die geschlossen bleiben müssen, da sie die Voraussetzungen für eine Öffnung noch nicht erfüllen", schreibt Verbandsgeschäftsführer Kai Buhrke. „Wir müssen schnellstmöglich den Weg zu mehr Normalität wagen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass unsere Betriebe gut vorbereitet und sicher sind." In Anbetracht der anstehenden Öffnungen mit dann steigenden Gästekontakten in gastronomischen Betrieben appelliere der Dehoga an die Politik, die Beschäftigten dort priorisiert zu impfen: „Es wäre gerecht und nachvollziehbar, wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso behandelt werden, wie etwa Beschäftigte im Einzelhandel."

Unterdessen mahnt Holger Lemke, Präsident des Dehoga Lippe: „Viele Betriebe sind am Ende ihrer Kräfte – finanziell, psychisch, emotional." Es gehe um die wirtschaftliche Existenz von Gastgeber-Familien und ihren Beschäftigten. Es gebe zudem Handlungsbedarf bei finanziellen Hilfen. „Andere Bundesländer sind weiter und bieten Gästen jetzt oder in Kürze die Möglichkeit, die Betriebe zu nutzen." Laut einer NRW-weiten Branchenumfrage verzeichneten die Betriebe im April 2021 Umsatzeinbußen in Höhe von 77 Prozent im Vergleich zum April-Umsatz im Vor-Corona-Jahr 2019. „Umso wichtiger sind staatliche Hilfen. Doch noch immer warten 11,5 Prozent der Betriebe auf die vollständige Auszahlung der Novemberhilfe und 12,1 Prozent auf die Dezemberhilfe", sagt Buhrke. Auch beim Förderprogramm „Überbrückungshilfe III" meldeten 77,6 Prozent noch keinen Eingang der Gelder.

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