Tausende Minijobber in Lippe arbeitslos

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Unsichere Beschäftigungsverhältnisse wie etwa Minijobs brechen in der Pandemie schnell weg. - © Sebastian Willnow/dpa
Unsichere Beschäftigungsverhältnisse wie etwa Minijobs brechen in der Pandemie schnell weg. (© Sebastian Willnow/dpa)

Kreis Lippe. 26.000 Lipper haben im vergangenen Jahr einen Minijob ausgeübt. Das sind 2043 weniger als 2019. Vor allem im Gastgewerbe, Dienstleistungen in privaten Haushalten, sowie Leiharbeit war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Tausende Lipperinnen und Lipper haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten", wird Anke Unger, DGB-Regionsgeschäftsführerin in OWL in einer Pressemitteilung zitiert. Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung, heißt es.

Lebensunterhalt kaum abzusichern

„Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein", beklagt Unger. „Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden."

Der DGB kritisiert wegen seiner Nachteile für Beschäftigte schon lange das „System Minijob" und setzt sich für eine Umwandlung in sozial abgesicherte Beschäftigungen ein.

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