Die meisten Lehrlinge sind in Lippe versorgt

Nadine Uphoff

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Der Beruf des Dachdeckers ist nach Zahlen der Kreishandwerkerschaft wieder gefragter. - © Archivfoto: Bernhard Preuß
Der Beruf des Dachdeckers ist nach Zahlen der Kreishandwerkerschaft wieder gefragter. (© Archivfoto: Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. Die Arbeitslosenquote in Lippe ist laut einer Mitteilung der Arbeitsagentur im Oktober auf fünf Prozent gesunken. Insgesamt waren 9387 Lipper arbeitslos gemeldet, davon sind 876 unter 25 und 3212 über 50 Jahre alt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosenquote um stolze 1,3 Prozentpunkte gesunken – jeder fünfte Arbeitslose hat demnach einen Job gefunden.

Barbara Schäfer, Leiterin der Agentur für Arbeit in Detmold, bilanziert: „Dank Herbstbelebung und aktuell positiver Pandemie-Situation erholt sich die Konjunktur und damit das Arbeitsmarktgeschehen. Es ist jetzt geboten, diese günstige Situation zu nutzen, um möglichst viele weitere Arbeitssuchende zu integrieren." Die hohe Zahl offener Stelle zeige aber ein Problem: Es falle den Unternehmen schwerer, passende Fachkräfte zu finden. Firmen sollten sich deshalb mit dem Thema Transformation und Qualifizierung auseinandersetzen, meint Agenturchefin Schäfer. Dabei könne die Arbeitsagentur unterstützen.Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (ALG I) waren in diesem Monat 2701 Lipper gemeldet – das sind 7,4 Prozent weniger als noch im September. Gegenüber dem Vorjahr bezieht ein gutes Drittel weniger Arbeitslosengeld I.Grundsicherung erhalten 6686 Lipper und damit 172 weniger als im Vormonat, beziehungsweise 842 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in Lippe ebenfalls gesunken: 4789 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Auch eine Bilanz zum Ausbildungsmarkt kommt von der Agentur für Arbeit. Demnach meldeten sich seit Oktober 2020 bis zum Abschluss des abgelaufenen Ausbildungsjahres Ende September 2749 Bewerber. Gleichzeitig wurden dem Arbeitgeberservice 2041 für Lippe Ausbildungsstellen gemeldet. Aktuell seien noch 88 Lehrstellen zu besetzen – 2604 Bewerber seien versorgt, 145 junge Lipper gelten, Stand Ende September, als „unversorgt".

Je nach Branche unterschiedlich

Dazu Agenturleiterin Barbara Schäfer: „Im Berichtsjahr hat die Pandemie weite Teile des wirtschaftlichen Lebens beeinflusst. Dennoch sind viele lippische Unternehmen ihrer Ausbildungsbereitschaft nachgekommen, denn die jungen Azubis sind die Fachkräfte von übermorgen." Nach wie vor sei die Fachkräftegewinnung eines der wichtigsten Themen. „Insgesamt fällt die Jahresbilanz respektabel aus, wenn auch nach Branchen unterschiedlich, und sendet zumindest ein verhalten optimistisches Signal in Richtung Wirtschaftsraum Lippe."

Auch IHK-Bildungsgeschäftsführer Michael Wennemann sieht eine leichte Erholung bei den Ausbildungsverhältnissen: „Wir sind froh, dass wir endlich wieder direkt in den Schulen über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten informieren können, die das duale System bietet. Auch Praktika sind zunehmend wieder möglich."

Gegenüber dem Vorjahr bilanziert die Industrie- und Handelskammer ein Plus von 3,2 Prozent an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Sie appelliert außerdem an alle Schulabgänger, sich über die noch offenen Ausbildungsstellen bei der Handelskammer oder der Arbeitsagentur zu informieren.

"Handwerk auf sehr guten Niveau"

Andrea Hegerbekermeier, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, meint: „Nach dem coronabedingten Einbruch der Ausbildungszahlen 2020 ist das Handwerk mittlerweile wieder auf einem sehr guten Niveau. Wir verzeichnen 356 Auszubildende im ersten Lehrjahr. Das sind schon einmal 30 Prozent mehr als im Vorjahr."

Viel wichtiger sei allerdings die Tatsache, dass die Zahlen sich damit wieder auf dem Niveau der Vorjahre einpendelten. Das betreffe die Ausbildungsberufe Friseur, Bäcker, Fleischer und Automobilkaufmann im Besonderen. Besonders stark vertreten seien in diesem Jahr die Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizungs-Klima-Technik. Gewohnt hohen Zulauf verzeichneten die Kraftfahrzeugmechatroniker und die Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Erfreulich sei die Entwicklung auch bei den Malern und Dachdeckern.

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