Polarluft auf dem Weg: Können wir in dieser Woche Rodeln gehen?

Jana Marie Bertermann

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Können wir in den nächsten Tagen doch noch den Schlitten aus dem Keller holen und Rodeln gehen? - © Symbolbild: Pixabay
Können wir in den nächsten Tagen doch noch den Schlitten aus dem Keller holen und Rodeln gehen? (© Symbolbild: Pixabay)

Lübbecke. Im Verlauf dieser Woche wird es kalt in OWL. Erwartet werden Tiefstwerte um die null Grad, so der Diplom-Meteorologe Friedrich Föst aus Lübbecke. Können wir in den nächsten Tagen also doch noch den Schlitten aus dem Keller holen und Rodeln gehen?

"Es kommt wieder ein Schwung Polarluft bei uns an", erklärt Friedrich Föst den Wetterumschwung. Wahrscheinlich ist die Kaltfront aus Nordwesten am Mittwochabend bei uns. Im Gepäck hat sie Schnee- und Graupelschauer. Die beginnen laut dem Wetterexperten voraussichtlich am Donnerstag.

Autofahrer sollten in den nächsten Tagen besonders vorsichtig fahren. Vor allem in den Morgenstunden muss mit gefrierender Nässe gerechnet werden, in höheren Lagen auch mit Schneeglätte. "Bei gefrierender Nässe passieren die meisten Unfälle", warnt Föst. "Als Autofahrer sieht man gefrierende Nässe nicht, Schnee sieht hingegen jeder. Daher lieber morgens 15 Minuten mehr Zeit nehmen und achtsam zur Arbeit fahren."

Weiße Gipfel in höheren Lagen

Schnee wird ab der Wochenmitte wahrscheinlich vor allem in den höheren Lagen ab 300 oder 400 Metern fallen, also zum Beispiel im Teutoburger Wald, im Eggegebirge und dem Weserbergland. "Da wird es durchaus hübsch aussehen", prognostiziert der Experte. Denn dort könne der Schnee auch liegenbleiben.

Im Flachland hingegen müsste es zu starken Schauern kommen, damit der Schnee liegen bleibt. Friedrich Fösts Prognose für die Städte OWLs fällt daher wenig optimistisch aus: "Es ist eine matschige und nass-kalte Angelegenheit."

So oder so wäre eine weiße Winterlandschaft nur von kurzer Dauer, denn ab dem kommenden Wochenende sollen die Temperaturen wieder steigen. Nichtsdestotrotz gibt es für Rodel-Fans noch Hoffnung. Friedrich Föst sagt: "Es ist noch alles drin." Schließlich sei der Februar ein "klassischer Wintermonat".

"Zu mild, zu trocken, zu wenig Sonne"

Welche Bilanz zieht der Wetterexperte zum bisherigen Verlauf dieses Winters? Seine Antwort ist ernüchternd: "Zu mild, zu trocken, zu wenig Sonne." Insbesondere die Trockenheit bereitet Föst Sorgen: "Die Niederschlagsmengen sind nicht ausreichend."

Zwar habe man das Gefühl, es sei "permanent nass und usselig". Das Wasser sickere allerdings nicht tief genug in die Erde ein. Dafür wäre ein längere Zeit anhaltender und mittelstarker Regen besser. Ist der Klimawandel Grund für diese Wetterlage? "Der rauscht im Hintergrund mit", sagt der Meteorologe. Aber: "Das heißt nicht, dass es nicht auch kalte Winter geben kann."

Zur Frage, wann die grau-verregnete Zeit vorüber ist und der Frühling kommt, möchte Friedrich Föst aktuell noch keine Prognose abgeben. Im vergangenen Jahr ging der Winter bis März/April.

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