Zahl der Corona-Fälle unter Schülern in NRW hat sich verdoppelt

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 Ein Schüler hält bei einem Probelauf mit Corona-Schnelltests an einer Grundschule seinen negativen Test in die Kamera.   - © Christoph Soeder/dpa
 Ein Schüler hält bei einem Probelauf mit Corona-Schnelltests an einer Grundschule seinen negativen Test in die Kamera.   (© Christoph Soeder/dpa)

Essen/Düsseldorf (epd). Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die Corona-bedingt nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, hat sich in Nordrhein-Westfalen im Wochenvergleich verdoppelt.

Wie das NRW-Schulministerium am Dienstag in Düsseldorf mitteilte, waren zum Stichtag 19. Januar dieses Jahres über 42.800 Corona-Fälle unter den Schülern gezählt worden. Das entsprach einem Anteil von 2,1 Prozent. In der Vorwoche hatte die Quote noch bei 20.200 beziehungsweise 0,99 Prozent gelegen. In Quarantäne befanden sich zum Stichtag fast 65.400 Schulkinder (3,2 Prozent), in der Vorwoche waren es noch rund 38.000 (1,4 Prozent).

Das Ministerium bestätigte damit einen Bericht der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

2500 Corona-Fälle bei den Lehrkräften

Darüber hinaus wurden von den Schulen fast 2500 bestätigte Corona-Fälle unter den Lehrkräften gemeldet (Vorwoche: 1700). In Quarantäne befanden sich zum Stichtag weitere knapp 1.600 Lehrerinnen und Lehrer (Vorwoche: 1000).

Trotz des Anstiegs war in der vergangenen Woche keine Schule pandemiebedingt geschlossen, erklärte das Ministerium. „Trotz der gestiegenen Zahlen bleibt das Infektionsgeschehen landesweit unter Kontrolle. Durch die engmaschigen Testungen werden Infektionen frühzeitig erkannt und Infektionsketten unterbrochen", hieß es. Die Schulen gehörten damit „zu den am besten überwachten Einrichtungen".

Forderung nach klaren Vorgaben von der Regierung

Der Verband Lehrer NRW forderte angesichts des deutlichen Anstiegs der Fallzahlen „klare Vorgaben von der Landesregierung" und eine Überprüfung des Präsenzunterrichts. „Man muss kein Virologe und auch kein Mathematik-Genie sein, um zu erkennen, dass flächendeckender Präsenzunterricht unter der Wucht der Omikron-Welle nicht aufrecht zu erhalten sein wird", sagte der Lehrer-NRW-Vorsitzende Sven Christoffer.

„Da die Lage je nach Region und Schule sehr unterschiedlich ist, wäre es sinnvoll, den Schulen einen flexiblen Handlungsrahmen zu geben. So könnte jede Schule individuell angepasste Lösungen für sich finden", betonte Christoffer. Denkbar wäre aus Sicht von Lehrer NRW zum Beispiel eine zeitlich befristete Kürzung der Stundentafel, um den Präsenzunterricht weitgehend aufrecht erhalten zu können.

Für mehr „Flexibilität und Klarheit" in den Schulen plädierte auch die NRW-Vorsitzende der Grünen, Mona Neubaur. Dazu gehöre „beispielsweise, auf feste, möglichst kleine Lerngruppen ohne häufige Wechsel des Lehrpersonals zu setzen", sagte Neubaur der WAZ.

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