Hilfsaktionen für die Flüchtlinge laufen an

Marianne Schwarzer

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Hilfsgüter werden verladen, die das Deutsche Rote Kreuz auf den Weg gebracht hat.  - © Maksim Bogodvid / Sputnik / dpa
Hilfsgüter werden verladen, die das Deutsche Rote Kreuz auf den Weg gebracht hat.  (© Maksim Bogodvid / Sputnik / dpa)

Kreis Lippe. Die Hilfsangebote für die Flüchtlinge aus der Ukraine umfassen auch die medizinische Versorgung. Das Deutsche Rote Kreuz in Lippe prüft unter anderem in Abstimmung mit dem Kreis, wie Transporte für Verletzte und Kranke organisiert werden können.

„Im Kreis Lippe rechnen wir mit festen Zuweisungen, allerdings ist es auch so, dass viele eigenständig kommen", sagt DRK-Pressesprecherin Sylvia Riemann. Der Kreisverband habe vier Schwerpunkte gesetzt: Den Personentransport der Kranken und Verletzten, die Vorbereitung der Flüchtlingsankunft, die Unterstützung der Sammlung von Geldspenden durch den Bundesverband und die Organisation zusätzlicher Blutspenden. „Wir transportieren die Blutkonserven nicht in die Ukraine, aber unsere Kliniken nehmen Verletzte auf. Der Bedarf an Blutkonserven steigt."

Das Klinikum ist vorbereitet, hat aber noch keine Anfragen erhalten. Die Koordination laufe über Bund und Land. Die Lippische Landeskirche bittet um Geldspenden für die Flüchtlingsarbeit ihrer Partnerkirchen in Polen, Ungarn und Rumänien. „Von Sachspenden allerdings bitten wir abzusehen. Sie können derzeit nicht verwendet werden", schreibt die Kirche.

„Sie sind alle sehr erschöpft"

Dass es derzeit ausgesprochen schwierig ist, Sachspenden an den Mann zu bringen, merkt jetzt gerade die Blomberger Allgemeinmedizinerin Friederike Seewald-Kind. Sie hatte am vergangenen Samstag eigentlich nur in einem kleineren Kreis um Verbandsmaterial gebeten, notfalls auch abgelaufene Dinge aus dem Autoverbandskasten. „Es war Samstag und ein Transport wollte starten, um Mütter und Kinder von der ukrainischen Grenze abzuholen." Er habe nicht leer fahren sollen, und um am Wochenende möglichst schnell an Verbandszeug zu kommen, hatte sie zu dieser Notlösung gegriffen.

Allerdings hatte sie nicht mit der Hilfsbereitschaft der Blomberger gerechnet, die säckeweise auch mit Kleiderspenden und Bettzeug anrückten: Garagenweise stapeln sich die Säcke jetzt, heute Nachmittag will sie sie mit Helfern sortieren. „Aber wir brauchen keine Oberbekleidung, sondern warme Baumwollunterwäsche, Verbandszeug und festes Schuhwerk wie Knobelbecher", sagt sie. Inzwischen sind etwa 20 Kinder und ihre Mütter angekommen, nachdem sie einen langen Marsch durch die Ukraine und stundenlanges Warten an der Grenze hinter sich hatten. Sie sind in Horn-Bad Meinberg untergebracht, wo die Ärztin sie untersucht hat. „Sie sind alle sehr erschöpft und einige Kinder sind fiebrig erkältet, ansonsten geht es ihnen gut", sagt sie. Ganz bewusst geben die Helfer den Aufenthaltsort derzeit nicht preis, damit die Ukrainer erst einmal zur Ruhe kommen können.

Mehr Infos zu den Spendenkonten der Kirche unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spende/ukraine und www.lippische-landeskirche.de.

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