Hilfe für die Menschen aus der Ukraine

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Die Gemeinde „Schöne Aussicht" in der Meiersfelder Straße in Detmold gibt dienstags, donnerstags und samstags Hilfsgüter aus. - © Foto: Astrid Sewing
Die Gemeinde „Schöne Aussicht" in der Meiersfelder Straße in Detmold gibt dienstags, donnerstags und samstags Hilfsgüter aus. (© Foto: Astrid Sewing)

Kreis Lippe. Die Not der Ukrainerinnen und Ukrainer sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe ist immens und wächst immer weiter. Viele Organisationen, Schulen, Initiativen und Privatleute aus Lippe helfen. Wer diese unterstützen und spenden möchte, findet die Ansprechpartner hier in unserem Überblick. Es handelt sich um eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Deutsches Rotes Kreuz

„Auch wenn es für viele weniger persönlich und ungreifbarer erscheinen mag, sind Geldspenden die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen", sagt Klaus-Jürgen Wolf, Vorstand des DRK-Kreisverbands Lippe. „Damit die Hilfe ankommt, bitten uns all unsere Schwestergesellschaften in der Ukraine und den Nachbarländern darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen nicht zu blockieren. Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern die humanitäre Arbeit vor Ort.

Es bestehen seitens unser Schwestergesellschaften keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht zentral abgesprochener Hilfslieferungen", betont Wolf. Abgestimmte Hilfskonvois seien hingegen unerlässlich, um vor Ort erste Unterstützung leisten zu können. Durch Geldspenden lasse sich die Hilfe gezielter an die Bedarfslagen vor Ort anpassen. Weitere Informationen im Internet unter: www.drk.de/hilfe-weltweit/wo-wir-helfen/europa

Johanniter und Malteser

Auch die beiden in Lippe aktiven großen Hilfsorganisationen helfen. Die Malteser bitten um Verständnis, dass nur große Sachspenden etwa von Unternehmen entgegengenommen werden können. Fünf Lkw der Malteser im Erzbistum Paderborn haben zielgerichtet Hilfsgüter ins polnisch-ukrainische Grenzgebiet gebracht. Die Johanniter sind mit zahlreichen Partnern im Osten Europas vertreten, sodass sie gezielt Hilfsmaßnahmen über Netzwerke in die Wege leiten können. Mittlerweile haben 14 Transporter mit 190 Tonnen Hilfsgütern die Ukraine und Nachbarländer erreicht. Der Regionalverband Lippe-Höxter weist auf seiner Website auf Spendenmöglichkeiten hin. Weitere Informationen unter: www.malteser.de/ukraine-hilfe. johanniter.de/spenden-stiften/ukraine/

Lippische Landeskirche

Die Spenden, die die Landeskirche auf ihrem Spendenkonto unter dem Stichwort „Ukraine" einsammelt, werden für die Aktivitäten der Partnerkirchen in Polen, Ungarn und Rumänien weitergeleitet. Dort sind die ersten Geflüchteten in Gemeindehäusern aufgenommen worden. So hat die sehr kleine reformierte Kirche in Polen, die nur etwa 1500 Gemeindemitglieder umfasst, bereits 15 Menschen bei sich untergebracht. In der deutlich größeren evangelisch-reformierten Kirche in Siebenbürgen (Rumänien) bieten die Gemeinden hunderte von Unterbringungsplätzen an.

Das Hilfswerk in der reformierten Kirche in Ungarn kümmert sich um die in Budapest ankommenden Menschen, sendet auch Hilfsgüter direkt in die Ukraine. Eine weitere Möglichkeit zu helfen bietet die Diakonie-Katastrophenhilfe. Auch einige Kirchengemeinden etwa in Detmold rufen zu Spenden auf und leiten diese an die Diakonie weiter. Der Kirchenvorstand der reformierten Kilianskirche Schötmar hat einen festen Betrag für die Unterstützung der Flüchtlinge bereitgestellt und widmet sein Diakonieopfer der Flüchtlingshilfe. Weitere Informationen unter: www.lippische-landeskirche.de

Brückenschlag Ukraine

Der Bad Salzufler Verein, der sich seit vielen Jahren für die Ukraine einsetzt dankt für die zahlreichen Spenden, die bereits eingegangen sind: „Damit können wir vielen Ukrainern, die jetzt zu uns kommen, die notwendige Unterstützung zukommen lassen." Informationen auf: www.brueckenschlag-ukraine.de

Bürgerstiftung Detmold

Rufen gemeinsam zur Hilfe für Geflüchtete auf: (v.l.) Kay Sandmann-Puzberg (Bürgerstiftung Detmold), Laura Gravenhorst (Stadt Detmold), Maik Huebner (Bürgerstiftung) und Stefan Fenneker (Stadt Detmold). - © Bürgerstiftung Detmold
Rufen gemeinsam zur Hilfe für Geflüchtete auf: (v.l.) Kay Sandmann-Puzberg (Bürgerstiftung Detmold), Laura Gravenhorst (Stadt Detmold), Maik Huebner (Bürgerstiftung) und Stefan Fenneker (Stadt Detmold). (© Bürgerstiftung Detmold)

Die Bürgerstiftung ruft zusammen mit der Stadt Detmold zu Spenden für ukrainische Flüchtlinge auf und richtet dafür ein entsprechendes Spendenkonto ein. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter: www.buergerstiftung-detmold.de

„Schöne Aussicht"

Die ehrenamtlichen Helfer der Detmolder Gemeinde Schöne Aussicht haben 30 Europaletten in die Ukraine gebracht – die LZ berichtete. Die Gemeinde bittet weiter um Hygieneartikel, haltbare Lebensmittel, Spielzeug, Schuhe in allen Größen, Matratzen, Kissen, Decken, Schlafsäcke, Isomatten, Bettdecken, Bezüge, Bettlaken. Öffnungszeiten stehen auf der Website. Ansprechpartner ist Jakob Dyck, Tel. 0157-88088034. Noch mehr Informationen gibt es unter: www.schoeneaussicht-detmold.de

Initiative Stapelage

Die Hörster Initiative zur Rettung der Kinder aus dem Kinderzentrum in Mariupol in der Ukraine ist sehr aktiv – die LZ berichtete mehrfach. Im Haus Stapelage werden derzeit unter Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und Spender Räume eingerichtet, um den Kindern eine sichere Zuflucht zu bieten. Die Initiative bittet um Geldspenden und im Moment darum, von Sachspenden abzusehen. Weitere Informationen unter: www.fecg-arche.de

Dorfgemeinschaft Lage-Hagen

Auch in Hagen sind Kriegsflüchtlinge angekommen, 40 Menschen haben eine Unterkunft gefunden. Ihre Hilfsbereitschaft signalisierten viele Hagener. „Wir haben Kontakt zu den Menschen und unterstützen gerne mit viel Engagement", schreibt die Dorfgemeinschaft. Spender können sich an Gisela Stöcker wenden, Tel. (05232) 64690.

Partnerschaftsverein Leopoldshöhe

Der Verein sammelt Geldspenden für die Ukraine-Flüchtlinge in der polnischen Partnergemeinde Myslakowice, vor allem für Spielzeug und Beschäftigungsmaterial für die traumatisierten Kinder. Für weitere Informationen steht Eleni Konstantinidis im Rathaus unter 
Tel. (05208) 991-401 bereit.

Damit die Spenden auch bei den Menschen ankommen: Die Verbraucherzentrale gibt Hinweise

Zahlreiche große Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf, aber auch kleinere Organisationen und Vereine sammeln Geld oder Sachspenden. Damit das Geld auch dort ankommt, wo es gebraucht wird, sollten sich Verbraucher vorab über die Seriosität der Organisation informieren. Die Tipps der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklären, worauf geachtet werden sollte.

Eine seriöse Organisation offenbart in ihrem Geschäftsbericht, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen ausgegeben wird. Dort sollte klar stehen, wie viel in Verwaltung und Werbung fließt. Der größte Anteil sollte für den guten Zweck verwendet werden. Ist ein Verein oder eine Organisation als gemeinnützig anerkannt, ist dies ein Indiz für Glaubwürdigkeit. Eine eigene Homepage ist hingegen kein Garant für die Vertrauenswürdigkeit einer Organisation. Professionell gestaltete Internetseiten können zwar vordergründig einen glaubwürdigen Eindruck erwecken, aber erst ein Blick ins Impressum verrät, wer hinter der Homepage steckt. Dort sollten unter anderem ein konkreter Ansprechpartner, eine Adresse und eine E-Mai- Adresse genannt werden. Wer Zweifel hegt, sollte um weitere Informationen, wie Satzung oder Jahresbericht, bitten und nachschauen, was andere Quellen im Netz über die jeweilige Organisation und ihre Aktivitäten äußern.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt an förderungswürdige Organisationen auf Basis einer jährlichen Prüfung ein Spenden-Siegel. Derzeit dürfen sich damit rund 230 überwiegend soziale Organisationen schmücken. Allerdings: Geprüft werden nur Hilfswerke, die mindestens seit zwei Jahren tätig sind und mehr als 25.000 Euro Gesamteinnahmen pro Jahr haben. Außerdem müssen sie sich selbst beim DZI für eine Prüfung melden und die Kosten hierfür zahlen. Kleinere Organisationen können dies oft nicht leisten. Wenn ein Verein in der DZI-Liste fehlt, bedeutet dies also nicht zwangsläufig, dass er unseriös ist. Trägt ein Spendenaufruf den DZI-Sternenkranz, ist hingegen garantiert, dass die Organisation eindeutig und sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und nachprüfbar ausweist, wie das gespendete Geld verwendet wird.

Keine unüberlegten Entscheidungen treffen: Die direkte Ansprache auf der Straße oder an der Haustür kann zu einer raschen und unbedachten Spende verführen. Wer eine Organisation nicht kennt und unsicher ist, wie seriös sie ist, sollte sich auf jeden Fall neben Informationsmaterial auch einen Überweisungsträger von der sammelnden Organisation geben lassen. So lässt sich die Entscheidung in Ruhe überdenken. Das gilt auch für die zahlreichen, über soziale Medien verbreiteten Spendenaufrufe. Denn dort tummeln sich etliche Organisationen, Vereine, aber auch Shops oder Privatpersonen, die vorgeben, sich für die die gute Sache zu engagieren. Die jeweiligen Bankverbindungen für eine Überweisung springen meist sofort ins Auge. Auch hier gilt: „Nicht voreilig spenden, sondern sich gut informieren", mahnt die Verbraucherzentrale.

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