Pfarrkonferenz diskutiert unterschiedliche Perspektiven der Landeskirche

Jana Beckmann

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Pfarrkonferenz in Langenholzhausen zum Thema Interprofessionelles
Pastoralteam mit (von links) Dietmar Arends, Ernst-Eduard Lambeck, Liane Stork, Friedrich
Stork. - © Lippische Landeskirche
Pfarrkonferenz in Langenholzhausen zum Thema Interprofessionelles Pastoralteam mit (von links) Dietmar Arends, Ernst-Eduard Lambeck, Liane Stork, Friedrich Stork. (© Lippische Landeskirche)

Kreis Lippe/Kalletal-Langenholzhausen. Die zukünftige Ausrichtung der Arbeit in der Lippischen Landeskirche stand im Mittelpunkt der diesjährigen Pfarrkonferenz. Die lippischen Pfarrerinnen und Pfarrer trafen sich im Volkeninghaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Langenholzhausen.

Insbesondere die Entwicklung im Pfarramt wurde thematisiert – vor dem Hintergrund, dass die Lippische Landeskirche sich in ihrem Zukunftsprozess nicht nur mit sinkenden Mitgliederzahlen, sondern auch mit einem Nachwuchsmangel im Pfarrberuf auseinandersetzen muss. Landessuperintendent Dietmar Arends konnte Ernst-Eduard Lambeck vom Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen (Dortmund) zum Thema „Das Interprofessionelle Pastoralteam – Ein Modell für die Zukunft“ begrüßen.

Kultur der Zusammenarbeit

Lambeck skizzierte in seinem Impulsreferat, dass die Zusammenarbeit im Team mit mehreren Professionen eine gute Lösung für die Gemeindearbeit sein könne. Wichtig sei zu schauen, was die Gemeindemitglieder der konkreten Kirchengemeinde vor Ort benötigen und welche Schwerpunkte der Arbeit es dort gebe. Lambeck zeigt sich überzeugt: „Die Kultur der Zusammenarbeit muss sich weiterentwickeln – wie können wir uns gegenseitig unterstützen?“ Ein interprofessionelles Team könne zum Beispiel die Pfarrerin gemeinsam mit einer Gemeindepädagogin bilden oder der Pfarrer mit einem Diakon. Oder auch die Pfarrerin mit einem Kirchenmusiker. Je nachdem, was für Menschen in der Gemeinde leben und was dort vor Ort benötigt werde. Das Ganze könne dann auch über Gemeindegrenzen hinausgedacht werden.

Besuch aus Espelkamp

Ganz praxisnah berichteten Liane und Friedrich Stork aus ihrer Kirchengemeinde in Espelkamp, einer Gemeinde mit einem sozialdiakonischen Schwerpunkt. Beide gehören zum Pfarrteam der Gemeinde. Er ist Pfarrer, sie ist Sozialarbeiterin und Diakonin. Sie empfinden das Arbeiten im interprofessionellen Team als Erfolg: „Wir schauen aus unterschiedlichen Perspektiven auf die gleiche Situation“, erläutert Liane Stork, die auch einmal im Monat, befähigt durch ihre Ausbildung als Diakonin, einen Gottesdienst übernimmt. Friedrich Stork ergänzt: „Ich fühle mich entlastet und erlebe eine Schärfung und Konzentration im Pfarramt.“ Ergänzend hinzu komme das multiprofessionelle Team, etwa mit Kitaleiterin, Verwaltungsmitarbeiter, Jugendmitarbeiterin, Kirchenmusiker und Küsterin.

Mit Interesse kamen die lippischen Pfarrerinnen und Pfarrer über das Thema ins Gespräch. In Lippe gibt es im Rahmen des Zukunftsprozesses bereits einen Erprobungsraum mit solch einem interprofessionellen Team. Auch die Lippische Landessynode wird sich mit dem Thema im Zukunftsprozess der Lippischen Landeskirche befassen.

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