Fleischpreise im Keller: Landwirte fürchten um ihre Existenz

Schweinehalter schlagen Alarm

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Fleischpreise im Keller - © Kreis Lippe
Fleischpreise im Keller (© Kreis Lippe)

Kreis Lippe. Die Schweinebauern kämpfen ums Überleben: Die anhaltend hohen Futter- und Energiekosten bringen die Mäster an den Rande des Ruins. Das erklärt der Lippische Landwirtschaftliche Hauptverein (LLHV) in einer Pressemitteilung und fordert, die Fleischpreise endlich den höheren Standards in der Erzeugung anzupassen.

"Von Schweinepreisen unter 1,80 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht oder Ferkelpreisen von unter 60 Euro für ein 25-Kilogramm-Ferkel kann kein Betrieb leben", erklärt der Landwirtevorsitzende Heinrich Kemper. In der Sauenhaltung schrieben die Betriebe bereits seit vielen Monaten tiefrote Zahlen.

"Die Verkaufserlöse reichen nicht einmal zur Deckung der Futter- und Energiekosten – geschweige denn für die Finanzierung der Stallplätze oder gar für Investitionen in die Zukunft", ergänzt der Schweinehalter und Sprecher des LLHV-Veredlungsausschusses, Friedrich-Wilhelm Meierjohann. Die Mäster befänden sich in einer dramatischen wirtschaftlichen Lage, doch gerade die Sauen haltenden Betriebe seien gefordert: Ab Januar 2013 ist die Gruppenhaltung für tragende Sauen Pflicht. Viele Betriebe hätten bereits in die neue Haltungsform investiert oder müssten dies jetzt tun - und das bei extrem niedrigen Fleischpreisen. "Man kann die Standards für mehr Umwelt- und Tierschutz nicht ständig erhöhen, andererseits den Bauern aber weniger für ihre Schweine bezahlen", so Friedrich-Wilhelm Meierjohann.

Bringt derzeit kein Glück: Aufgrund der hohen Futter- und Energiekosten sind die Schweinemäster momentan in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Lage, so der Verband. - © Foto: privat
Bringt derzeit kein Glück: Aufgrund der hohen Futter- und Energiekosten sind die Schweinemäster momentan in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Lage, so der Verband. (© Foto: privat)

Zudem seien viele Tierhalter durch die Diskussionen zum Tierschutz verunsichert. Sie wüssten nicht, welche weiteren Forderungen noch auf die Betriebe zukommen und welche Investitionen damit verbunden seien. Eines aber stellt Meierjohann klar: "Der Berufsstand verschließt sich dem Thema Tierschutz nicht. Wenn es bessere Lösungen gibt als die praktizierten, dann stehen wir denen nicht im Wege, im Gegenteil."

Und auch der Vorsitzende Heinrich Kemper macht deutlich: "Die bäuerlichen Familien stellen sich den steigenden Ansprüchen der Gesellschaft an die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln."

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