Polizei sperrt Waldgelände rund um "Bienen-Schmidt" ab

An "Vatertag" soll es in Hörste ruhig zugehen

Von Wolfgang Becker

Polizei sperrt Wald rund um "Bienen-Schmidt" - © Lage
Polizei sperrt Wald rund um "Bienen-Schmidt" (© Lage)

Lage-Hörste. Der Waldboden mit Müll übersät und Sachbeschädigungen en masse: Im vergangenen Jahr herrschte an "Vatertag" rund um "Bienen-Schmidt" das pure Chaos. Szenen wie diese sollen sich nicht wiederholen.

Die Lagenser Ordnungspartnerschaft hat ein Konzept erarbeitet, um an Christi Himmelfahrt, 17. Mai, Ausschreitungen wie in der Vergangenheit zu unterbinden. Vor einem Jahr trafen sich in dem Wald rings um "Bienen-Schmidt" an die 1.500 meist junge Leute, um den "Vatertag" auf ganz spezielle Weise zu begehen. Einige taten das, indem sie mit Bollerwagen ins Grüne zogen und im Kreise Gleichgesinnter mehr oder minder dem Alkohol zusprachen, andere grillten auf offenem Feuer, und wiederum andere ließen sich von Zäunen und verschlossenen Türen nicht abhalten, um aus Wochenendhäusern Mobiliar zu entwenden, das sich später irgendwo im Dickicht wiederfand.

Die Teilnehmer an den Feten zum "Vatertag" haben im vergangenen Jahr das Glas einfach mitten im Wald des Luftkurortes liegen gelassen. - © Foto: Polizei
Die Teilnehmer an den Feten zum "Vatertag" haben im vergangenen Jahr das Glas einfach mitten im Wald des Luftkurortes liegen gelassen. (© Foto: Polizei)

Das volle Ausmaß dieser Feiern zeigte sich erst am nächsten Tag. Unmengen von Flaschen und Unrat säumten den Weg entlang der Kalkreute. Mitarbeiter des Bauhofes waren tagelang im Einsatz, um die unliebsamen Hinterlassenschaften aufzuklauben. "Wie es früher mal war, soll es nie wieder werden", sind sich die Leiterin der Ordnungspartnerschaft, Margarete Wißmann, und der Leiter der Lagenser Polizeiwache, Dr. Matthias Wendtland, einig. Deshalb werden am 17. Mai Waldflächen und -wege rund um "Bienen-Schmidt" ganztägig weiträumig gesperrt, nachdem sechs private Waldbesitzer dies beantragt hatten. Die Gaststätte selbst ist Himmelfahrt nicht geöffnet.

"Wanderer, die auf dem Hermannshöhenweg unterwegs sind, erhalten eine Ausweichmöglichkeit", erklärt Wißmann. Die Informationen und Beschilderungen erfolgten weiträumig vorab, so dass sich Besucher, die geplant hatten, zum "Bienen-Schmidt" zu gehen, frühzeitig eine Alternative suchen können. "Wer trotzdem querfeldein und durch den Wald zu der Gaststätte durchkommt, wird dort direkt von der Polizei in Empfang genommen. Es erwartet sie ein Verfahren mit deutlichem Bußgeld," unterstreicht Hauptkommissar und Einsatzleiter Dr. Wendtland. An diesem Tag sind neben starken Polizeikräften auch Mitarbeiter des Lagenser Ordnungsamtes im Einsatz.

Eine "Party-Meile" mitten im Wald

Himmelfahrt war bisher rund um "Bienen-Schmidt" immer eine Menge los. Einige Jahre veranstaltete der Betreiber große Partys, stellte diese aber nach einem Unglück ein. Dennoch wollten vor allem Jugendliche an dem mitten im Wald gelegenen Ort zum Feiern festhalten. Als die Gaststätte zu Himmelfahrt eingezäunt wurde und nur noch nach Passieren eines Sicherheitsdienstes betreten werden konnte, entwickelte sich das Gelände unterhalb zur "Freiluft-Festmeile". Getränke und Proviant wurden in teilweise phantasievoll geschmückten Bollerwagen angekarrt, gegrillt wurde auf offener Flamme. Die Polizei schritt nicht ein, um eine Eskalation der Lage zu verhindern.

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