Streit zwischen Busfahrer und Fahrgast eskaliert in Detmold

Frau verletzt SVD-Angestellten am Kopf

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Frau verletzt

Busfahrer am Kopf - © Detmold
Frau verletzt Busfahrer am Kopf (© Detmold)

Detmold (jab). Weil sie keine gültige Fahrkarte vorlegte und auch nicht bezahlen wollte, sind ein Busfahrer und eine Frau aneinander geraten. Der Streit mündete in ein Handgemenge, bei dem der Busfahrer am Kopf verletzt wurde.

Die Frau wollte am Mittwoch gegen 13.15 Uhr an der Haltestelle "Gilde-Zentrum" in Detmold in die Linie 776 einsteigen. Sie hatte ihre Monatskarte nach Angaben von Rechtsanwalt Hendrik Schnelle zu Hause vergessen und bat den Busfahrer, sie trotzdem mitzunehmen. Immerhin, so ihre Begründung, kenne er sie doch. Darauf ließ sich der Busfahrer aber nicht ein.

Die Frau trat auf die Straße und rief beim Kundenzentrum der Stadtverkehr Detmold GmbH (SVD) an, um sich zu beschweren. Der Busfahrer, der im Auftrag eines Subunternehmens unterwegs war, blieb mit seinem Fahrzeug stehen. Als ein weiterer Bus eintraf und sich die Frau darauf zubewegte, folgte ein Handgemenge.
 
Wie Rechtsanwalt Schnelle erklärt, sei der Fahrer ausgestiegen, habe seine Mandantin bei den Schultern gefasst und sie festgehalten. Daraufhin habe sie aus Angst in dessen Richtung geschlagen, ihn mit dem Handy am Kopf getroffen und sei geflüchtet. Nun liege eine Anzeige wegen Freiheitsberaubung und Nötigung gegen den Busfahrer vor.

Dieser hat ebenfalls Anzeige erstattet - gegen die Frau. "Sie ist bei uns als schwierige Kundin bekannt und legt teilweise aggressive Verhaltensweisen an den Tag", erklärte SVD-Geschäftsführer Wolfgang Janz auf Anfrage. Er selbst habe die Auseinandersetzung, als der Anruf im Kundenzentrum einging, mitbekommen und sich den Hörer geben lassen.

"Ich habe ihr versprochen, ihr einen Einzelfahrausweis zu bringen - aus Kulanzgründen und um die Situation zu entschärfen." Es könne sein, dass sie eine Zeitkarte gehabt habe. Der Fahrer habe sie aber nicht gekannt und sie deshalb zu Recht zum Bezahlen aufgefordert. Als Janz an der Haltestelle ankam, war von der Kundin jedoch nichts mehr zu sehen. Und auch die eintreffende Polizei konnte nichts mehr ausrichten.

Ob der Busfahrer die Frau tatsächlich festgehalten hat, kann der Geschäftsführer nicht beurteilen. Nur so viel: Der Angestellte blutete am Kopf. "Es handelt sich hier ganz klar um eine Tätlichkeit eines Fahrgastes gegen den Busfahrer. Dafür gibt es Zeugen", so Janz.

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