Lippische Politiker sehen Pumpspeicherwerk vorsichtig positiv

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Möglicherweise entstehen zwischen Elbrinxen, Schieder und Lügde zwei Seen. - © Foto: Geobasisdaten Lippe
Möglicherweise entstehen zwischen Elbrinxen, Schieder und Lügde zwei Seen. (© Foto: Geobasisdaten Lippe)

Lügde/Kreis Lippe. Die ehrgeizigen Pläne des Baulöwen Hochtief, im Schwalenberger Wald ein Pumpspeicherwerk zu bauen, finden Unterstützung in der lippischen Politik. Jedoch mahnt jedermann: Abwarten, es ist noch viel zu tun.

Große Chancen, aber auch Risiken sieht SPD-Kreistagsfraktionschef Kurt Kalkreuter. "Wir können nicht immer nur von einer Energiewende reden." Der Landesverband könne durch einen eventuellen Grundstücksverkauf profitieren. Wichtig sei, die Bevölkerung mitzunehmen. Vor allem dem Südosten würden Investitionen zugute kommen. Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass die beiden Seen reine Industriebauten sein werden.

Dr. Lucas Heumann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, hält die Idee für ein "Top-Projekt". Pumpspeicherwerke seien technisch etabliert und die sicherste Form, überschüssigen Strom der Windkraftanlagen an der Nordsee auf seinem Weg in den Süden "zwischenzulagern". Etwa 20 Grundstückeigentümer für den See ins Boot zu holen, sei für ein solches Vorhaben "relativ wenig, aber schwierig genug." Jedoch: Er gehe davon aus, dass ein renommiertes Unternehmen wie Hochtief das Projekt "vernünftig" angeschoben und diese Fragen vorab geprüft habe. Auch der spätere Betrieb des Kraftwerks sei bestimmt gesichert.

Markus Schiek (FDP) sprach von einer logischen Konsequenz der politisch gewollten Energiewende. "Schön wird das nicht. Niemand sollte aber sagen, so etwas darf nur woanders gebaut werden." Aber: Der Energiemarkt ändere sich so schnell, es sei überhaupt nicht abzusehen, ob sich das Projekt überhaupt rechne, selbst wenn Planungsreife geschaffen worden sei. Er frage sich, ob der Schiedersee nicht einbezogen werden könne.

Lobende Worte fand Verbandsvorsteherin Anke Peithmann. Sie sehe in dem Projekt eine große Chance, es helfe, das Problem der Stromspeicherung zu lösen. "Nun gilt es aber zunächst, das Planungrecht zu schaffen." Wenn es dann konkret um das angepeilte Landesverbands-Grundstück für den Obersee gehe, komme die Verbandsversammlung ins Spiel. Ob das Arael schließlich verpachtet oder verkauft würde, sei deren Entscheidung.

Es zeichnet sich ab, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung zu einem Knackpunkt werden kann - ein Ur-Thema der Grünen.

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