Landgericht bestätigt Urteil gegen Detmolder Tanzlehrer

26-Jähriger plant im offenen Vollzug weitere TV-Auftritte

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Landgericht bestätigt Urteil gegen Tanzlehrer - © Detmold
Landgericht bestätigt Urteil gegen Tanzlehrer (© Detmold)

Detmold (seh). Der wegen Betrugs verurteilte Tanzlehrer aus Detmold kann aufatmen - vorerst. Das Landgericht hat am Dienstag, 20. August, in zweiter Instanz das Urteil bestätigt, wonach E. drei Jahre und zwei Monate in Haft muss. Während die Verteidigung dies auch gefordert hatte, dürfte die Staatsanwaltschaft diesen Ausgang als Niederlage empfinden. Sie wollte eine höhere Strafe.

Eine Woche muss der nach der Urteilsverkündung erleichterte E. noch bangen, dann hat er Gewissheit. Solange hat die Staatsanwaltschaft noch Zeit, Revision zu beantragen. Wie berichtet, war E. am 2. April wegen Betrugs in 35 Fällen zu der Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte über vier Jahre hinweg Waren bestellt oder Dienstleistungen gebucht und diese nicht bezahlt. "Er lebte auf großem Fuß", fasste Staatsanwältin Stefanie Kern die Taten zusammen.

Links der angeklagte Tanzlehrer und rechts sein Anwalt Murat Baspinar aus Detmold. - © Foto: Hagemann
Links der angeklagte Tanzlehrer und rechts sein Anwalt Murat Baspinar aus Detmold. (© Foto: Hagemann)

Auch eine fünfmonatige Haftstrafe aus dem Jahr 2011, die E. seit vergangenem Mittwoch im offenen Vollzug in Bielefeld absitzt, konnte ihn nicht von den Taten abhalten. Im Plädoyer der Berufungsverhandlung hatte die Staatsanwältin daher kaum ein gutes Haar am ihrer Meinung nach zu milden Urteil des Amtsgerichts gelassen und mehrfach betont, dass der damalige Richter trotz hoher Einzelstrafen für die Vergehen bei der Gesamtfreiheitsstrafe deutlich unter den Erwartungen der Staatsanwaltschaft geblieben sei.

"Der Angeklagte hat den Überblick über seine Finanzen verloren und lebte in einer Scheinwelt", sagte Kern. Für sie und auch für Laien sei klar, dass E. sich mit Betrug eine Einnahmequelle verschafft habe. Deshalb hatte sie auch eine Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betrugs und eine höhere Haftstrafe gefordert. Im Urteil soll nun zwar gewerbsmäßiger Betrug schriftlich aufgeführt werden, dies ändere jedoch nichts am Strafmaß, so das Gericht.

Außerdem wurde bekannt, dass E. derzeit Schulden in Höhe von etwa 75.000 Euro hat. Er plane, diese mit Auftritten im TV abzutragen, sagte er dem Richter. Seine Chancen stünden gut. Im offenen Vollzug wolle er weitere Aufträge annehmen. Alternativ könne er sich auch vorstellen, seine abgebrochene Friseurlehre im Gefängnis zu beenden.

Sein Verteidiger Murat Baspinar zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. "Mein Mandat hat endlich Klarheit und kann sein Leben in Ordnung bringen. Wir haben unser Ziel erreicht." Das harte Vorgehen der Staatsanwältin habe die Familie als Schikane empfunden, sagte Baspinar weiter. Nun seien die Eltern froh, dass die Geschichte zu Ende ist.

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