Querungshilfen für Kröten in Lippe

Marianne Schwarzer

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Beispielbild Kröte - © Pixabay
Beispielbild Kröte (© Pixabay)

Kreis Lippe. Jedes Jahr dasselbe Spiel: Allerorten machen sich Tierschützer auf den Weg, um Krötenzäune aufzustellen und regelmäßig den Tierchen über die Straße zu helfen. Das muss doch auch anders gehen, sagen die Grünen im Kreis – und stoßen damit beim Eigenbetrieb Straßen auf offene Ohren. Wie berichtet, haben sie beantragt, Straßensanierungen und Ausbesserungsarbeiten Querungshilfen für Amphibien einzubauen (die LZ berichtete).

In der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses trug Jürgen Georgi noch einmal vor, was die Grünen dazu bewegt hat: „Das Ganze ist ein Ausfluss aus der Artenschutzkonferenz. Die Anzahl der Amphibien sinkt stetig, und wir finden, dagegen müssen wir etwas tun."

Überdies schwinde auch die Zahl der Ehrenamtlichen, die in ihrer Freizeit während der Saison die Kröten einsammelten. „Fest installierte Querungshilfen einzubauen, wäre über Jahre eine Lösung."

Das sieht Rainer Huneke, Leiter des Eigenbetriebs Straßen beim Kreis Lippe, ganz ähnlich: „Eins muss man ganz klar sagen: Die Amphibien waren zuerst da, und dann sind wir gekommen und haben die Straßen gebaut." Immerhin beteilige sich auch der Eigenbetrieb daran, Krötenzäune aufzustellen. „Da kommen durchaus 500 bis 600 Stunden an Personalaufwand zusammen, zusätzlich zu all dem ehrenamtlichen Engagement."

Man dürfe auch nicht vergessen, dass die Tierliebe in diesem Fall ganz schön gefährlich sei, wenn die Helfer an stark befahrenen Straßen die Kröten einsammelten. „Da helfen mitunter auch keine Warnwesten", sagte Huneke. Er hat bereits überschlagen, wie teuer der Bau solcher Querungshilfen würde. Diese rettenden Elemente für Amphibien zu installieren, würde jeweils mit etwa 30.000 Euro zu Buche schlagen. „Das Problem sind die dauerhaften Leitelemente, da kostet nämlich ein einziger Meter gleich 400 Euro." Dann komme man insgesamt schnell mal auf 150.000 Euro. „Dabei darf man nicht vergessen, dass so etwas dann auch 30 bis 40 Jahre halten würde."

Sein Vorschlag: Der Eigenbetrieb stellt einen Maßnahmenkatalog samt Kostenaufstellung zusammen, mit dem sich der Wirtschaftsausschuss in seiner nächsten Sitzung befassen wird.

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