Experten referieren in Detmold: Was hilft gegen Arthrose?

Erol Kamisli

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Tut das weh? Dr. Jörg Demand untersucht die Beweglichkeit des Kniegelenks von Jessica Schreider. Die Auszubildende in der Praxis spielt für das Foto eine Arthrose-Patientin. - © Bernhard Preuß
Tut das weh? Dr. Jörg Demand untersucht die Beweglichkeit des Kniegelenks von Jessica Schreider. Die Auszubildende in der Praxis spielt für das Foto eine Arthrose-Patientin. (© Bernhard Preuß)

Kreis Lippe. Alles tut weh, sogar einfache Handgriffe fallen schwer, jeder Schritt wird zur Qual. Immer mehr Menschen leiden an Arthrose – Knie und Hüfte sind ganz besonders häufig betroffen.

Daher laden LZ, Ärztekammer, AOK und das Klinikum Lippe zu einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Arthrose – Ursachen und Folgen" ein. Im Detmolder Residenz-Hotel werden Dr. Tanja Kostuj, Chefärztin der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiterin des Gelenkzentrums, und Dr. Jörg Demand, Orthopäde in Detmold, Kurzreferate halten, um anschließend für Fragen der Besucher zur Verfügung zu stehen.

Es knackt, knirscht und zieht im Knie – das Gelenk scheint wie eingerostet. „Das sind die typischen Beschwerden, die bei einer Arthrose, der häufigsten Gelenkerkrankung, auftreten", sagt Dr. Demand. In Deutschland leiden zwei Drittel der über 60-Jährigen, darunter mehr Frauen als Männer, an Arthrose, bei der sich der Knorpel zwischen den Gelenkknochen abnutzt.

Zwar gebe es nicht beeinflussbare Faktoren, wie eine familiäre Häufung, die Wechseljahre oder schlicht das Alter. „Doch es gibt auch andere Faktoren, Fehlstellungen, zum Beispiel X- oder O-Beine, und vor allem Übergewicht, gegen die etwas unternommen werden kann", sagt der Orthopäde. Entscheidend für den Patienten sei eine schnelle Diagnose, um die Beschwerden einzuordnen, zu lindern und weitere schädigende Einflüsse zu reduzieren.

Information

Fragerunde

Dem großen Thema Arthrose widmet sich „Gesundheit im Dialog" am Dienstag, 25.September, im Residenz-Hotel Detmold (Paulinenstraße 19). Von 19 bis 20.30 Uhr referieren die beiden Mediziner aus Lippe Dr. Tanja Kostuj und Dr. Jörg Demand. Sie sprechen über Ursachen und Folgen von Arthrose, Reha-Sport sowie Untersuchungs- und Operationsverfahren. Anschließend kommen Sie zu Wort – die Referenten freuen sich auf Ihre Fragen. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Eines müssten sich die Betroffenen jedoch klarmachen: Fortgeschrittene Arthrose ist nicht heilbar. „Mit keinem Medikament kann man den Knorpel wiederbringen", betont Dr. Demand. Aber durch physiotherapeutische Maßnahmen und Medikamente lassen sich die Beschwerden lindern und der Krankheitsprozess verzögern.

„Verhaltensmaßnahmen, auch beim Trink- und Essverhalten, sowie Muskeltraining sind die beiden Säulen der Arthrosebehandlung", meint der Orthopäde. Regelmäßige Bewegung – etwa Schwimmen, Radfahren oder Walking – beugen zusätzlich einem Fortschreiten der Arthrose vor und helfen gegen den Verschleiß. „Ist die Abnutzung des Gelenkknorpels jedoch weit fortgeschritten, hilft nur noch eine Operation", so Dr. Demand.

Bei einer solchen Arthroskopie werden oberflächliche Knorpelschäden behandelt und mögliche Abriebpartikel ausgespült. Die absolut letzte Maßnahme in der Arthrosebehandlung sei der künstliche Gelenkersatz.

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