Winterzeit 2020: Uhren umstellen nicht vergessen!

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Am 25. Oktober wird die Uhr um eine Stunde von 3 auf 2 Uhr gestellt. (Symbolfoto) - © Pixabay
Am 25. Oktober wird die Uhr um eine Stunde von 3 auf 2 Uhr gestellt. (Symbolfoto) (© Pixabay)

Die Zeitumstellung - ein lästiges Thema. Zweimal im Jahr wird die Uhr hierzulande umgestellt. Das führt regelmäßig zu Verwirrung, zumal der Nutzen höchst umstritten ist. Im März 2019 stimmte das EU-Parlament für die Abschaffung der Zeitumstellung. Wann der Beschluss allerdings umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Wir haben alle wichtigen Informationen rund um das Thema Zeitumstellung zusammengetragen.

Wann wird die Uhr umgestellt?

Am letzten Wochenende im Oktober wird die Uhr um eine Stunde zurück gestellt. In der Nacht vom Samstag, 24. Oktober 2020, auf Sonntag, 25. Oktober 2020, werden alle Uhren um 3 Uhr in der Früh auf 2 Uhr zurückgestellt. Mit einem Merkspruch fällt die Umstellung etwas leichter: Im Frühjahr kommen die Gartenmöbel vors Haus und im Herbst wieder zurück ins Haus.

Warum wird die Zeit umgestellt?

In Deutschland wurde die Sommerzeit 1980 eingeführt. Mit der Regelung sollte Energie gespart werden. Das Argument: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach hinten "verschiebt", dann könne das Tageslicht besser genutzt und damit weniger Strom etwa durch Beleuchtung verbraucht werden. Kritiker halten dem jedoch entgegen, dass der Energiespareffekt kaum nachweisbar sei.

Was ist das Problem mit der Zeitumstellung?

Neben dem ausbleibenden Energiespareffekt, dem eigentlichen Grund für die Einführung der Zeitumstellung, gibt es auch einen gesundheitlichen Aspekt. Viele Menschen empfinden die Zeitumstellung als körperlich belastend.

Laut einer Studie der Krankenkasse DAK leidet in Deutschland jeder vierte Mensch über 14 Jahren an gesundheitlichen Problemen durch die Zeitumstellung. Beschwerden seien vor allem Müdigkeit, Schlafprobleme und depressive Verstimmungen.

Sollte die Umstellung nicht abgeschafft werden?

Im März 2019 stimmte das EU-Parlament für die Abschaffung der Zeitumstellung nach dem Jahr 2021. Ein konkreter Zeitplan steht indes noch aus. In Brüssel selbst herrscht bei den Mitgliedsstaaten Uneinigkeit. Bei den für die Zeitumstellung zuständigen Verkehrsministern der Mitgliedsstaaten gab es bislang noch keine Einigung. Allerdings müssen die Staaten dem Parlamentsbeschluss zustimmen, damit dieser wirksam wird.

Zudem blieb ein Ratsbeschluss unter der kroatischen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2020 aus. Und auch Deutschland, bis Ende des Jahres mit der EU-Präsidentschaft betraut, treibt das Thema momentan nicht weiter voran.

Welche Zeit gilt dann in Europa?

Das ist noch nicht geklärt. Denn jedem Mitgliedsstaat soll es überlassen werden, ob es sich für die Sommer- oder die Normalzeit entscheidet. Während sich etwa Deutschland für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen hat, ist zum Beispiel Portugal dagegen.

Staaten, die sich für die Sommerzeit entscheiden, sollten die Uhren am letzten Sonntag im März 2021 zum letzten Mal umstellen. Länder, die es vorziehen, die Normalzeit (Winterzeit) beizubehalten, können die Uhren am letzten Oktobertag 2021 letztmalig umstellen, heißt es in einem Entwurf des EU-Parlaments, der Ende März 2019 verabschiedet wurde.

Kritiker befürchten, dass in Europa ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen und Zeitzonen entstehen könnte. Und: Wenn die Sommerzeit das ganze Jahr über gelten soll, was sich viele Befürworter der Reform erhoffen, geht im Winter die Sonne eine Stunde später auf als bisher. In Berlin hieße das, dass die Sonne am 1. Januar erst um 9.17 Uhr, in Essen um 9.37 Uhr aufgeht.

Kurios: Bis 1996 wurden die unterschiedlichen Sommerzeitregelungen in der EU vereinheitlicht. Gut 15 Jahre später sollen sie wieder individualisiert werden. Derzeit gibt es in Mitteleuropa eine große Zeitzone, die von Polen im Osten bis Spanien im Westen reicht. Insgesamt 17 Staaten machen mit.

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