Neu am Landestheater: Sopranistin Megan Marie Hart

Barbara Luetgebrune

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Mag italienische Opern, Liszt-Lieder, Filme, Hunde, Backen und Bloggen: Megan Marie Hart verstärkt das Musiktheater-Ensemble des Detmolder Landestheaters. - © Privat
Mag italienische Opern, Liszt-Lieder, Filme, Hunde, Backen und Bloggen: Megan Marie Hart verstärkt das Musiktheater-Ensemble des Detmolder Landestheaters. (© Privat)

Detmold. Sie putzt die Wohnung schon mal zu Klängen von Tschaikowskys Klavierkonzerten und schätzt Oper als Teamsport: Marie Megan Hart. Die Sopranistin ist neu im Ensemble des Landestheaters.

Marie Megan Hart ist Amerikanerin, kam für ein Vorsingen nach Deutschland – und blieb: der Liebe wegen. Mit ihrem Mann hat sie seit 2013 in Frankfurt gelebt, nun sind sie nach Detmold gezogen. Nach freier Tätigkeit freut sie sich auf die Arbeit im festen Ensemble. „Mein Sternzeichen ist Krebs“, sagt sie. „Krebse sind am liebsten zu Hause. Aber dazu braucht man erst mal ein Zuhause.“

Megan Marie Hart, so scheint es, kann sich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Auch ihre Entscheidung, Sängerin zu werden, trifft sie komplett intuitiv: Sie hört eine Stimme. Und folgt ihr. „Da war ich 17 Jahre alt“, erzählt die 32-Jährige. „Da hörte ich eine Frau singen und ging der Stimme nach, in einen Keller. Ich sagte zu ihr: ,Das möchte ich lernen.‘ Sie wurde meine erste Gesangslehrerin.“

Dass Megan Marie Hart die Profi-Laufbahn einschlägt, ist der Teilnahme am Jugendprogramm des Oregon Bach Festival zu verdanken, wo sie mit dem deutschen Dirigenten Helmuth Rilling arbeitet, der sie sehr inspiriert. Sie studiert am Oberlin Conservatory Ohio und an der Manhattan School of Music, wo sie ihren Abschluss macht. Ihr Debüt in der New Yorker Carnegie Hall gibt sie 2012 mit einem Liederabend: Sie singt Liszt-Lieder.

Lieder von Franz Liszt und Alban Berg mag die Sopranistin besonders. „Ich gestalte Werke sehr gern gemeinsam mit einem Pianisten. Und bei Liszt und Berg ist der Klavierpart so anspruchsvoll, dass der Pianist zum Partner wird, nicht zum Begleiter“, sagt sie. In der Opernliteratur schätzt sie Mozart, Bellini, Verdi und Richard Strauss. „Und Puccini. Die Mimi in ,La Bohème‘ ist schon lange eine meiner Traumrollen, und jetzt ist es endlich passiert“, freut sich Megan Marie Hart – als Mimi wird sie demnächst in Detmold zu erleben sein. Oper, sagt die Sängerin, sei im Übrigen ein Teamsport. „Das Publikum nimmt wahr, ob die Chemie im Ensemble stimmt oder eben nicht.“

Für Musiker seien die Bedingungen in Deutschland besser als in den USA. Dort gebe es keine festen Verträge, die Unsicherheit sei groß. Dennoch bringt der Wechsel nach Europa für sie auch Einschränkungen mit sich: „In den USA habe ich einen Namen. Hier fange ich ganz von vorne an.“

Und als Jüdin vermisst sie die Glaubensgemeinschaft. „Das ist schwer. An Feiertagen fühle ich mich manchmal einsam“, sagt Megan Marie Hart. Gern gibt sie dann Feste für Freunde und Kollegen. „Dann koche ich für alle. Das ist so ein jüdisches Ding: alle mit Essen versorgen zu wollen.“ Megan Marie Hart lacht. Einige ihrer Rezepte teilt sie auf ihrem Foodblog.

Abseits der Bühne kümmert sie sich außerdem um Hund Maggie und ihre zwei Katzen. Sie liest gern, besonders Gedichte, und sie und ihr Mann sind Film-Fans. Musik hört sie querbeet – von Reaggae über Bluegrass bis hin zu Klassik. Und schiebt zum Putzen schon mal Tschaikowskys Klavierkonzerte in den Player...

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